Archiv der Kategorie: 100 jähriger Kalender

Thomasnacht – die erste der Rauhnächte

Die Wintersonnenwende steht bevor und beginnt mit der dem 21. Dezember des Jahres. Mit der sogenannten Thomasnacht. Diese Nacht geht zurück auf den Apostel Thomas. Thomas war der „Zweifler“ unter den Jüngern Jesu. Thomas war auch jener Jünger, der sich nach dem Pfingstwunder nach Persien und Indien begab. Nicht zuletzt gibt es dort auch heute noch sogenannte „Thomaschristen“.

Die Thomasnacht ist jene Nacht, die im Jahreskreis am längsten dauert und mit dem kürzesten Tag aufwartet.

Die Thomasnacht wird auch die Nacht der Liebenden genannt. Früher wurde in jener Nacht der Partner für das Leben orakelt. Man legte sich hierfür Zettel mit Namen unter das Kopfkissen und zog am Morgen einen davon. In anderen Regionen wiederum sagte man, dass man in jener Nacht vom Partner des Lebens träumt. Wer in dieser Nacht im Traum erscheint, ist laut Aberglauben, der Partner, den man wahrhaftig liebt.

In anderen Bergregionen legte man sich in der Thomasnacht einen Bergkristall in die Hände und ging mit diesem und der Bitte, die wahre Liebe zu offenbaren, in das Reich der Träume. Der Heilige Thomas sorgte dann für die entsprechenden Träume … der beziehungsweise jene, die sich in dieser Nacht in den Träumen offenbarte, war der/die für das gemeinsame Leben.

In Kärnten wiederum war man davon überzeugt, dass man in der Thomasnacht in die Zukunft sehen kann. Jungbauern haben früher das sogenannte „Zaunstecken-Zählen“ veranstaltet. Dabei hat man eine Zahl genannt und hat von der Zauntür ausgehend nach rechts gezählt. Der Stecken auf den man so gelangte sollte Aufschluss darüber geben, wie der künftige Partner aussah.

Auch in Böhmen war man davon überzeugt, dass man in der Thomasnacht seinen künftigen Ehepartner erkennen kann. Dazu werden in der Thomasnacht aus neun Arten verschiedenen Holz Kränze gefertigt. Diese setzt man am Abend auf den Kopf und begibt sich in der Nacht an einen Bach. Im Wasser des Baches soll dann das Gesicht des künftigen Partners erscheinen.

Das Bettstaffel-Treten ist ein Brauch, der den gleichen Zweck erfüllt. Vor dem Schlafengehen tritt man mit dem linken Fuß in den untersten Teil des Bettes und sagt dabei folgende Worte:

„Bettstaffel ich tritt dich, heiliger Thomas ich bitt dich, lass mir erscheinen den allerliebsten meinen.“

Bauernweisheit für die Thomasnacht:

„Friert’s am kürzesten Tage, so ist’s immer eine Plage.“

 

Ich wünsche euch auf jeden Fall eine schöne Nacht, wunderbare Träume und dass ihr von Verletzungen an den Füßen verschont bleibt. Und wenn du dir nicht sicher bist oder jemand neben dir liegt, der unter Umständen nicht 🙂 … dann stelle lieber keine Fragen 🙂 man muss nicht immer ALLES wissen 🙂

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Lostage im schönen April (Bauernregeln)

 

Tag Prognose lt. 100-jährigem Kalender Lostag / Bauernregel
1.-2. April Erneut kalt 2. April: „Bringt Rosamund Sturm und Wind, so ist Sybille (29. April) und gelind.“
3.-5. April Warmes und sehr schönes Wetter 4. April: „Erbsen säe Ambrosius, so tragen sie reich und geben Mus.“

5. April: „Ist St. Vinzent Sonnenschein, gibt es vielen guten Wein.“

6.-7. April Windig und regnerisch
8.-11. April Schönes, warmes Wetter 8. April: „Wenn’s viel regnet am Amantiustag, ein dürrer Sommer folgen mag.“

10. April: „Leinsamen sollst Du säen am St. Ezechiel.“

12. April Starker Regen, teilweise heftige Gewitter
13.-14. April Schönes Wetter 14. April: „Grüne Felder am Tiburtiustag, die ziehen viel Getreide nach.“
15.-21. April Regnerisches Wetter und teilweise gewittrig 16. April: „Regnet’s stark zu Albinus, macht’s den Bauern viel Verdruß.“
22.-25. April Sehr kalt und windig 22. April: „Wenn vor Georgi regen fehlt, wird man nachher damit gequält.“

23. April: „Gewitter am St. Georgstag, ein kühles Jahr bedeuten mag.“

24. April: „Wenn es friert an St. Fidel, bleibt’s 15 Tag noch kalt und hell.“

25. April: „Leg erst nach Markus Bohnen, er wird’s dir reichlich lohnen.“

26.-29. April Kaltes und trübes Wetter 26. April: „Hat St. Peter das Wetter schön, kannst du Kohl und Erbsen säen.“
29.-30. April Regnerisches Wetter 30. April: „Regen auf Walpurgisnacht, hat stets ein gutes Jahr gebracht.“

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100 jähriger Kalender – wie wird der Sommer 2015?

Der letzte Sommer – manch einer behauptet ja, es war gar kein Sommer – war alles andere als ein Sommer. Viel Regen, ja sogar Überschwemmungen in den ansonsten sonnigen Urlaubsregionen des Südens in Europa standen auf dem Programm. Vieles davon sind sicherlich Auswirkungen des Klimawandels, ein Wandel, den der 100 jährige Kalender natürlich nicht in seinem Kalkül hat. Nichts desto trotz, möchte ich einen Blick auf die Prognose für diesen Sommer werfen. Denn die Vorfreude …

2015 ist ein Jupiterjahr …

und als solches, laut Dr. Mauritius Knauer, ein Jahr, das im Zeichen von feuchtem, aber warmem Wetter steht. Zudem soll der lange, strenge Winter (den ich jedoch noch vermisse – oder leide ich unter Wahrnehmungsstörungen) zur Folge haben, dass Früchte später reifen.

Blickt man zurück auf Januar und Februar 2015, dann war die Prognose laut 100 jährigem Kalender gar nicht so schlecht. Lediglich im Monat März lies die Treffsicherheit etwas aus, allerdings lag die Vorschau auch in diesem Monat nicht komplett daneben.

Es ist wie im echten Leben, man kann nicht immer Höchstleistung bringen! Also gönnen wir auch dem alten Kalender einen kleinen „Durchschnaufer“.

Vorschau für Juni

Bis auf die letzten Tage im Monat fällt der Juni sehr regnerisch und kühl aus. Ein Monat also, der prädestiniert ist für Überstunden bei der Arbeit. Quasi als Guthabenpolster für vielleicht bessere Monate 😉

1. Der Monat beginnt mit einem schönen, sonnigen Tag
2.-6. Starker Regen und trübes Wetter schließen an den sonnigen Auftakt an
7.-14. Am Morgen noch sehr kühl, untertags und am Abend jedoch wärmer … nicht immer sonnig, aber beständig
15. Zur Mitte des Monats ein regnerischer Tag
16.-20. Am Morgen sehr kalt … untertags angenehmes Wetter
21.-22. Sehr sonniges, warmes Wetter
23.-24. Auf sonnige Tage folgen regenreiche Tage
25.-30. Kaltes, regnerisches Wetter

Vorschau für Juli

Laut 100 jährigem Kalender dürfte der Juli in diesem Jahr sehr angenehm ausfallen. Lediglich zu Beginn ist es zu kühl, was aber in der letzten Hälfte des Monats durch schönes Sommerwetter ausgeglichen wird. Insgesamt aber, wenn die Prognose eintrifft, ein Monat, der Sommer verspricht.

1.-2. Für die Jahreszeit zu kaltes Wetter, leichter Regen
3.-4. Wärmeres Wetter, das der Jahreszeit entspricht
5.-6. Sehr kalt
7.-17. Sehr schönes, warmes Wetter – der Sommer hält Einzug
18.-21. Regnerisches Wetter
22.-31. Sehr schönes Wetter, teilweise sogar heiß – der Sommer ist da!

Vorschau für August

August wird ein durchwachsener Monat. Regen und Sonne wechseln sich ab. Ab und dann ist es etwas zu kühl für die Jahreszeit. Aber insgesamt klingt der August besser, als das was wir im letzten Jahr erlebt haben.

1.-6. Sehr schönes und warmes Wetter
7.-12. Immer wieder Regen, trübes Wetter
13. Ein schöner Sommertag
14.-17. Teilweise sehr kalt, immer wieder Gewitter und Regen
18.-24. Schönes, warmes Sommerwetter
25.-28. Immer wieder Gewitter
29. Schönes, warmes Wetter
30.-31. Regnerisches, trübes Wetter

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Alt, aber bewährt – Wettervorhersage nach dem 100 jährigen Kalender

Der 100 jährige Kalender ist zwar alt, aber er bewährt sich nach wie vor. Die Prognosen für den letzten Sommer und für den bisherigen Winter waren treffend, was vor allem für die Monate Januar und Februar für Wintersportfreaks hoffen lässt. Grund genug, einen Blick auf die Monate März bis Mai zu werfen.

Ausblick für März 2015

1.März Heftige Winde – Schnee teilweise bis in die Tallagen
2.-3. März Schönes Winterwetter
4.-7. März Regnerisches Wetter
8. März Windiges, sehr trübes Wetter
9. März Deutlich wärmer, regnerisch
10. März Erneut Schneefall
11.-13. März Kaltes, aber schönes Wetter
14. März Regnerisches Wetter; teilweise Schnee bis in tiefere Lagen
15.-16. März Deutlich kälter, aber klar
17.-18. März Stark windig, tlw. sehr heftige Böen
19.-20. März Kalt und windig und es fällt erneut Schnee (tlw. sehr ergiebig)
21.-23. März Kaltes Winterwetter
24.-31. März Frost am Morgen, am Tag Tauwetter

Ausblick für April 2015

1.-2. April Erneut kalt
3.-5. April Warmes und sehr schönes Wetter
6.-7. April Windig und regnerisch
8.-11. April Schönes, warmes Wetter
12. April Starker Regen, teilweise heftige Gewitter
13.-14. April Schönes Wetter
15.-21. April Regnerisches Wetter und teilweise gewittrig
22.-25. April Sehr kalt und windig
26.-29. April Kaltes und trübes Wetter
29.-30. April Regnerisches Wetter

Ausblick für Mai2015

1.-2. Mai Raues, kaltes und windiges Wetter
3.-14. Mai Schönes Frühlingswetter, das nur zeitweise von leichtem Regen unterbrochen wird
15.-22. Mai Kaltes und regnerisches Wetter, zeitweise sogar Hagel möglich
24.-26. Mai Sehr schönes Frühlingswetter
27.-29. Mai Erneut kalt und leichter Regen
30. Mai Der Winter kehrt zurück – es fällt tlw. Schnee bis in die Tallagen

Vorhersage für Januar und Februar 2015

Die Vorhersage nach dem 100 jährigen Kalender für die Monate Januar und Februar findet ihr hier.

Weiterführende Informationen

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100 jähriger Kalender – Ein Winter ohne Schnee?

Viele Skigebiete und Wintersport-Fanatiker warten auf das wunderschöne Weiß, das die Adventszeit erst im richtigen Licht erscheinen lässt. Der Blick auf den hundertjährigen Kalender verheißt zumindest für Dezember nichts Gutes. Aber wie sieht es mit dem Rest vom Winter aus? Erwarten wir einen Winter ohne Schnee?

Ausblick auf den Januar 2015

1.-4.1.2015 Trüb und mittelkalt, herbstliches Wetter
5.-6.1.2015 Kälter und Schneefall bis in höhere Tallagen
7.-9.1.2015 Trübes und kühles Wetter
10.1.2015 Erneut kühler und Schneefall bis in die Tallagen
11.-12.1.2015 Windig, trüb und kühl
13.1.2015 Schneefall
14.-16.1.2015 Erneut sehr trüb und kühl
17.-19.1.2015 Klares, kaltes Wetter
20.1.2015 Eisige Kälte
21.-22.1.2015 Windig und Schneefall
23.-26.1.2015 Klar und eisig kalt
27.-30.1.2015 Erneut Schneefall und sehr windig
31.1.2015 Eisige Kälte

Zumindest der 100-jährige Kalender geht von einem typischen Wintermonat aus. Gezeichnet von Schnee und Kälte.

Ausblick auf den Februar 2015

1.-4.2.2015 Sehr kalt
5.-6.2.2015 Schneefall und erneut kalt
7.2.2015 Eisige Kälte
8.-10.2.2015 Es wird immer Kälter
11.-13.2.2015 Stark windig, kalt und Schneefall
14.2.2015 Trübes Wetter
15.-16.2.2015 Starker Schneefall
17.-18.2.2015 Trüb, leichter Schneefall, etwas wärmer
19.2.2015 Warmes, schönes Wetter
20.-27.2.2015 Regen und der Schnee schmilzt zu einem großen Teil
28.2.2015 Regen im Tal, Schnee in höheren Lagen

Auch der Februar verspricht richtiges Winterwetter – zumindest bis zum 20. Februar. Danach soll es Tauwetter geben.

Weiterführende Informationen

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100 jähriger Kalender – Prognose für Winter 2014

100 jähriger kalender

(Grafik klicken, um zu vergrößern)

„Sonnenschein wirkt köstlich, 

Regen erfrischend,

Wind aufrüttelnd, 

Schnee erheiternd.

Wo bleibt da das schlechte Wetter?“

John Huskin

Weiterführende Informationen:

Ein Sommer nach Plan – 100 jähriger Kalender

 

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Von Bräuchen, Bergbauern und heiligen Kräutern …

In meinem Artikel „Alt und doch bewährt – Bräuche der Bergbauern“ habe ich bereits einiges zusammengetragen. Meine Kraftplätze liegen in den Bergen und auch meine Wurzeln führen dorthin zurück. Vielleicht interessieren mich diese Dinge deshalb. Aber keine Sorge, spätestens Morgen bin ich wieder im Gebirge unterwegs und werde zu meinen üblichen Themen übergehen. In diesem Artikel möchte ich euch über Riten und Bräuche im Herbst und Winter berichten.

September – Sammel- und Erntezeit

 

Um den 21. September herum werden Tag und Nacht wieder gleich lang. Die Nacht, das Dunkle gewinnen wieder Überhand. Für die Bergbauern kehrte mit dieser Zeit auch wieder die Abgeschiedenheit ein.

Die Kelten feierten die Tagundnachtgleiche am 22. September – Maban oder Alban Eluen wurden diese Feste bezeichnet. „Mabon“ bedeutet „Großer Sohn“. Zu diesen Festen fertigten die Kelten Kornpuppen aus Stroh an. Je nach Ritual wurden diese aufgehängt, vergraben oder angezündet. Ein besonderes Zeichen von Glück war es, wenn die vergrabene Kornpuppe im kommenden Frühjahr Knospen trieb.

In der herbstlichen Jahreszeit soll der Lichtgott („Lug“) zum Gott der Dunkelheit werden. Die schwarze Göttin hält Einzug. Nicht selten hat man in dieser Zeit in Schluchten und Höhlen ihr zu Ehren Rituale abgehalten. Ein mystisch anmutender Ort in Vorarlberg ist das „Kirchle“, das etwas hinter der Alplochschlucht liegt. Mich würde es nicht wundern, wenn hier ähnliche Rituale abgehalten wurden beziehungsweise vielleicht sogar noch werden.

Die Germanen dankten hingegen ihrem Donnergott „Thor“ für die Einbringung der Ernte. Übrigens: heute klopft man, wenn man Glück gehabt hat, gerne dreimal auf Holz. Dieses Ritual stammt von den alten Germanen.

In christlichen Regionen feierte man Kirchweihfeste, auch bekannt als „Kirmes“. Feste, die wir auch heute noch kennen, aber dessen Hintergrund uns nur selten bewusst ist. Die Kirchweihfeste waren früher Opfer- und Dankesfeste. Die Menschen dankten für eine gute, ertragreiche Ernte.

Der 29. September (Gedenktag an den Heiligen Michael) ist und war üblicherweise das Ende der Erntezeit. Für die Bauern und Landwirte war dieser Tag ein besonderer Lostag.

„Gibt Michaeli Sonnenschein, wird es in zwei Wochen Winter sein.“

„Sind um Michaeli die Vögel noch hier, haben bis Weihnacht lind Wetter wir.“

„Bringt St. Michael Regen, kannst Du gleich den Pelz anlegen.“

Das hierzulande bekannteste Fest/Ritual ist das Erntedankfest. Es geht zurück bis ins dritte Jahrhundert. Auch heute noch werden in Bergtälern sogenannte Erntedankkronen auf Umzügen mitgeführt. Das christliche Erntedankfest wird gerne auch mit Jahrmärkten verbunden.

In den USA wird dieses Fest als „Thanksgiving“ gefeiert. Die Juden feiern das Laub-Hüttenfest.

In den Weinregionen werden nicht selten Weinfeste gefeiert, die früher ebenfalls aus Dank für eine gute Lese abgehalten wurden.

In Bergregionen ist das klassische Dankesfest der „Almabtrieb“. Viele Touristenregionen vermarkten diesen heute im großen Stil. Aber auch dieses Fest hatte nur einen eigentlichen Zweck, den Dank für eine gute Saison auf der Alm. Beim Almabtrieb wird das Vieh geschmückt. Blumen, Bänder, Spiegel und Glocken werden den Tieren umgehängt. Bevor die Tiere im Tal wieder in den Stall getrieben wurden, wurden sie früher dreimal um diesen herum geführt. Mit dem Glockengeläut sollten Dämonen vertrieben werden. Übrigens: früher war der Senn und die Sennerin eine angesehene Person, wie auch der Bergbauer.

In den Bergbauernfamilien hat im Herbst der Hergottswinkel wieder an Bedeutung gewonnen. Er wurde geschmückt, hergerichtet und mit einem Kreuz versehen. In den meisten Höfen fand man dort früher auch eine Marienstatue. Im Bergbauernhof meines Vaters wurden dort auch Bilder der Vorfahren aufgestellt. Ihnen wurde in dieser Zeit besonderes Gedenken geschenkt.

Mit dem Ende des Monats Oktober ging man über in den November, die „Anderswelt“. Die Nächte wurden immer länger und nicht selten waren viele höher gelegene Höfe bereits eingeschneit. Abgeschiedenheit, Zurückgezogenheit, aber auch Einkehr hielten Einzug in die Familien der Bergbauern. Die Zeit des Gedenken, der Einkehr und der Andacht brach ein.

Die vier heiligen Kräuter der Kelten

 

Mädesüß

Das Mädesüß ist ein Rosengewächs, das besonders stark duftet. Aufgrund seiner Süße wurde es früher gerne eben zu diesem Zweck eingesetzt. Weinbauern haben damit teilweise auch den Wein aromatisiert. Das ist natürlich nicht ganz lupenrein 😉 aber allemal besser als Glykol. Die weißen Blüten des Mädesüß ähneln den Blüten des Holunders. Mädesüß ist ein ausgezeichnetes Heilkraut, das vor allem gegen Durchfallerkrankungen eingesetzt wurde und wird. Am häufigsten finde es sich als Tee oder Sirup wieder. Die Kelten haben mit Mädesüß aber auch ihre Stoffe gefärbt, aber insbesondere wurde es zur Abwehr von Geistern und Dämonen eingesetzt.

Eisenkraut

Noch heute ist das Eisenkraut oft auch als Wunsch- oder Sagenkraut bekannt. Die Blüten sind fliederfarben. Die Kelten haben das Eisenkraut auch Druidenkraut genannt. Ihm wurden magische Kräfte zugesagt. Das Eisenkraut wurde von den Kelten nur bei finsterer Nacht gesammelt. Auch der Mond durfte kein Licht auf die Erde werfen.

Mistel

Die Mistel ist eigentlich eine klassische Schmarotzerpflanze, die auf Bäumen und Sträuchern wächst. Die Mistel hat männliche und weibliche Blüten und bildet nach der Befruchtung weiße Beeren aus. Für die Kelten war die Mistel eine heilige Pflanze. Mit ihr sollen die Kelten sogar Vergiftungen erfolgreich geheilt haben. Die Mistel durfte nur von einem keltischen Priester geerntet werden und selbst er durfte nur ein goldenes Messer dafür verwenden.

Brunnenkresse

Die weißblühende Brunnenkresse ist das vierte Kraut im Bunde der heiligen Kräuter der Kelten. Die Brunnenkresse ist vitamin- und mineralstoffreich. Auch heute noch wird die Brunnenkresse gerne für Salate und Suppen verwendet. Ihr Geschmack erinnert an die normale Kresse, mit einem leicht scharfen Beigeschmack.  Die Kelten haben die Brunnenkresse als Aphrodisiakum eingesetzt. Die Brunnenkresse war für die Kelten, wie die Mistel, eine heilige Pflanze.

 

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Alt und doch bewährt – Bräuche der Bergbauern

Der Bergbauer war früher ein angesehener Mann. In der heutigen Welt wird er eher als eigenartig und seltsam betrachtet. Das Leben der Bergbauern war kein einfaches und in den Wintermonaten ein sehr hartes. Über Monate hinweg waren die Bergbauernfamilien oft von der Außenwelt abgeschnitten. Unter sich, abgeschottet. Wer in den Bergen überleben wollte, der musste insbesondere damals über eine ausgeprägte Naturverbundenheit verfügen. Etwas, das uns in der Hektik des Alltags verloren gegangen ist. Über Rauhnächte habe ich bereits einiges zusammengetragen, Zeit, sich mit dem ursprünglichen Österreicher zu befassen, dem Ötzi.

Brauchtum, Bräuche … heute nur noch Feste

 

Bräuche sind für uns heute, zumindest für viele von uns, nur noch ein Grund ein Fest zu feiern. Wir haben den Bezug zu beinahe allen Festen verloren. Wie wir auch die früher so wichtige Naturverbundenheit verloren haben. Früher war diese nicht selten Überlebenswichtig, zugegeben heute ist sie das auch nicht mehr, aber zumindest etwas mehr würde uns nicht schlecht zu Gesichte stehen und vielleicht auch zu etwas mehr inneren Mitte verhelfen.

Bräuche waren früher nicht nur Rituale, sie haben Menschen zusammen gebracht. Menschen, die sich oft lange Zeit – aufgrund harter Winter in den Bergregionen – nicht gesehen haben und mit ihren Familien zurückgezogen gelebt haben. Natürlich hatten sie – deutlich mehr als heute – nicht selten religiösen Hintergrund.

Rituale und Bräuche haben den Menschen früher auch Sicherheit gegeben. Auch heute hat jeder von uns seine Rituale, aber nur selten haben sie Bezug zur Natur oder zu anderen Menschen. Lediglich der christliche Gottesdienst hält noch an alten Ritualen fest.

Viele Brauchtümer und Feste haben christlichen oder keltischen Ursprung.

Welche Feste haben die Kelten und unsere Ahnen im Jahreskreis gefeiert?

 

Wintersonnwende

Die Wintersonnwende war für früher von ganz besonderer Bedeutung. Es ist auch die Zeit der Rauhnächte. Die Weihnachtszeit. Schutzrituale wurden praktiziert, es wurde meditiert und gebetet. Aber man versuchte auch in die Zukunft zu blicken.

Imbolc

Das Fest des Lichtes und der Reinigung. Ein Fest, das nicht ohne Grund im Frühjahr angesiedelt war – Frühjahrsputz war angesagt, aber nicht nur in der Wohnung, sondern auch bei sich persönlich. Ärger, Trauer und Zorn wurden verabschiedet.

Frühlings-Tagundnachtgleiche

Alles ist in der Waage. Kräfte in der Natur sind in Balance. Nicht ohne Grund hat sich in dieser Zeit eingebürgert zu heiraten, Kinder zu taufen oder die Erstkommunion zu feiern.

Sommersonnenwende

Die Zeit der Fülle. Alles gedeiht und die Natur strotzt vor Kraft. Früher wurden in dieser Zeit Kräuter gesammelt, da die Heilkräfte in dieser Zeit besonders ausgeprägt sind. Das Sonnenlicht verleiht ihnen eine besondere Kraft. Die Sommersonnenwende war und ist aber auch die Zeit der Liebe, Lust und Unbeschwertheit.

Lughnasadh

Die Erntezeit steht vor der Tür. Die wichtigste, wenn nicht die entscheidende Zeit für die Bauern. Segnungen und Dankfeste wurden in dieser Zeit gefeiert. Man bereitete sich auf die bevorstehende Winterzeit vor.

Herbst-Tagundnachtleiche

Wie im Frühling steht auch jetzt alles in der Waage. Die Natur ist in Balance. Obst wird geerntet und eingelagert, verkocht und haltbar gemacht. Erntedank stand im Mittelpunkt und man blickte auf das Jahr zurück.

Samhain

Was der Frühlingsputz im Frühling ist, ist Samhain im Herbst. Es ist die Zeit des Aufräumens. Nicht nur im Haus, sondern auch bei sich persönlich. Allerheiligen und Allerseelen  – man beschäftigt sich auch mit dem Tod.

Blick auf die aktuelle Jahreszeit – Kräuterzeit – Zeit der Gottesmutter

 

Der Spätsommer war früher von besonderer Bedeutung. Die Kräuter haben dank der Sonne – wenn sie denn entsprechend aktiv war – ihre volle Kraft entfaltet und die Erntesaison ist in vollem Gange.

Die Zeit zwischen dem 15. August (Mariä Himmelfahrt) und dem 13. September nennt man auch „Frauendreißiger“. Unsere Ahnen waren davon überzeugt, dass in diesen Tagen in den Kräutern und auch den Wurzeln besondere Kraft und Segen liegt. Die Zeit wird „Frauendreißiger“ genannt, da viele Kräuter in jener Zeit der Frauenheilkunde dienen. Früher wurden Kräuter gegen Mensturationsbeschwerden, oder zur Verhütung und zur Erfüllung von Kinderwunsch in jener Zeit gesammelt. Für den Bauer, insbesondere den Bergbauer, war diese Zeit eine heilige Zeit. Maria wurde in diesem Zeitfenster geehrt und Wallfahrten abgehalten.

Kein Wunder also, dass die Heilkräuter und den Schutz der Gottesmutter Maria gestellt wurden. Früher wurden die gesammelten Kräuter zu Mariä Himmelfahrt in der Kirche geweiht. Wobei großer Wert darauf gelegt wurde, dass der zu weihende Kräuterstrauß aus einer magischen Zahl – also sieben, neun, fünfzehn, 77 oder 99 – bestand. Nach der Weihe in der Kirche wurden diese zum Trocknen mit dem Blütenkopf nach unten aufgehängt.

In den alten Bauernstuben wurde der Kräuterstrauch im „Herrgottswinkel“, den jeder Hof hatte, aufgehängt. Den hier gelagerten Kräutern wurden besondere Kräfte zugeschrieben. Sie wurden bei jeder Art von Krankheit als Tee, Umschläge oder Räucherwerk eingesetzt. War das Vieh krank, so hat man etwas vom Kräuterstrauch in das Futter beigemengt.

In den Rauhnächten wurde mit dem „Kräuterbuschen“ das Haus, der Stall und die Räume geräuchert.

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100 jähriger Kalender – ein Sommer nach Plan

Eigentlich ist mir das Wetter egal, denn es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung. Aber mal ehrlich, dieser Sommer kann auch die größte Frohnatur ins Wanken beziehungsweise zumindest zum Nachdenken bringen. Daher ist es Zeit, sich mit dem lieben Wetter zu beschäftigen. Meteorologen waren zuletzt nicht treffsicher und daher gilt es andere „Wetterfrösche“ unter die Lupe zu nehmen. Ich habe mich für den 100 jährigen Kalender entschieden.

Hätte er in diesem Jahr Recht behalten?

 

Als erstes gilt es natürlich zu prüfen, ob der 100 jährige Kalender in diesem Sommer Recht behalten hätte. Gleich vorab: er hat es – mit Schulnoten betrachtet – befriedigend geschafft eine nicht wirklich erfreuliche, aber treffende Vorhersage zu treffen.

 

100 jähriger Kalender

Wetter Online – historisch

Fehlerhaft

Juli 2014

     

Regentage

7 Tage

17 Tage

10 Tage

Sonnentage

24 Tage

13 Tage

11 Tage

August 2014

     

Regentage

23 Tage

13 Tage

10 Tage

Sonnentage

7 Tage

14 Tage

7 Tage

 

Das Ergebnis selbst hat mich etwas ernüchtert, denn „gefühlt“ hatte ich keinen Sommer und hätte die 23 Regentage vom 100 jährigen Kalender sofort unterschrieben.

Wie dem auch sei, ein „durchwachsener“ Sommer stand laut 100 jähriger Kalender auf dem Programm und das war er nun auch wirklich. Aber eben doch besser als „gefühlt“ J. So sind wir Menschen wohl.

100 jähriger Kalender und doch keine 100 Jahre

 

Der 100 jährige Kalender – und das verwundert immer wieder – hat mit 100 Jahren nichts zu tun. Mauritus Knauer hat den Kalender entwickelt. Ihm ging es dabei darum einen einfachen Kalender zu entwickeln. Dabei hat er nicht – wie oft gehört – behauptet, dass sich das Wetter alle 100 Jahre einfach wiederholt, sondern er hat vielmehr die Zusammenhänge zwischen Himmel und Erde unter die Lupe genommen. Allerdings und das liegt dem 100 jährigen Kalender zu Grunde, wiederholt sich laut diesem das Wetter alle sieben Jahre.

Den 100 jährigen Kalender kann jeder für sich selbst führen und darüber Buch führen. Dabei muss man nur das Planetenjahr ermitteln oder wer es einfacher möchte einfach „googlen“. Ich bevorzuge Letzteres, da ich genügend andere Beschäftigung habe J.

Aussicht auf einen schönen Herbst und Winter?

 

Nichts würde mich nach diesem Sommer mehr trösten, als der Ausblick auf einen schönen Herbst und einen schneereichen Winter in diesem Jahr. Der 100 jährige Kalender sieht folgendes Wetter für diese Jahreszeiten für uns vor:

 

100 jähriger Kalender

September

 

Regentage

12 Tage

Sonnentage

18 Tage

Oktober

 

Regentage

1 Tag

Sonnentage

30 Tage

November

 

Regentage

17 Tage

Sonnentage

13 Tage

Schneetage

 

Dezember

 

Regentage

9 Tage

Sonnentage

20 Tage

Schneetage

2 Tage

 

Im September bleibt somit alles beim „Gewohnten“. Der Oktober hingegen verspricht ein echter Traummonat zu werden. Schnee wird es nicht viel geben. Weihnachten und Dezember sind tendenziell vom Schnee verschont. Meine Hoffnung auf einen schneereichen Tourenwinter verfliegen somit. Schade darum. Aber vielleicht hat sich ja wer verrechnet und ich bleibe doch bei der alten Taktik: „Nehmen wie es ist.“.

Aber dennoch zurück zum Blog und zu meinen Themen: wer in den Bergen unterwegs ist, der sollte immer ein achtsames Auge auf das Wetter und die Verhältnisse haben!

Wer keine Lust zum „googlen“ hat, der kann den 100 jährigen Kalender hier verfolgen.

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