Herbstwanderung zum Formarinsee

Eine Sternen klare Nacht lockt mich heute bereits um 4 Uhr aus dem Haus. Ein traumhaft schöner Tag kündigt sich an und das möchte ich mir nicht entgehen lassen.

In Dalaas beim Bahnhof lasse ich mein Auto stehen und steige auf Richtung Formarinsee. Eigentlich hätte ich gerne den Aufstieg über die Allhöhe vorgenommen, aber es ist zu dunkel, um einen Weg zu erkennen und daher bleibe ich bei der sicheren Variante. Schade. Aber es wird für etwas gut sein.
Über den Ortsteil Mason geht es vorbei an schönen Landwirtschaften hoch zum Formarinsee. Nach dem letzten Hof sind noch einige Kehren auf einem Güterweg zu nehmen, aber danach geht der Weg über in einen wunderschönen Wald- und Bergweg. Die Sterne scheinen heute um die Wette zu leuchten. Ein Traum. Schade, dass sich dieses Bilderbuch mit der Kamera nicht verewigen lässt. Aber manche Dinge sind eben der Seele vorbehalten.
Das Rauschen wird im heftiger und das Schmiedetobel kommt immer näher. Der Fönwind geht über in einen kühleren Wind, ja sogar einen richtig frischen. Langsam scheint die Nacht dem Tage zu weichen. Die Bergspitzen in meinem Rücken im schönen Montafon werden bereits von ersten Sonnenstrahlen rötlich beleuchtet. Der Roggelskopf zur Linken von mir lässt nicht lange auf sich warten. Ein herrliches Farbenschauspiel.
Mit den letzten Bäumen geht es über in älpisches Gebiet. Oben am Hang leuchten Lichter aus einer kleinen Hütte. Eine idyllische Jagdhütte versteckt sich hier. Hier kann man bereits die mächtigen Zacken der Roten Wand erspähen. Zacken, die bereits von der Sonne angeleuchtet werden und imposant vor mir stehen. Die Alpe Rauer Staffel liegt verträumt und verschlafen auf dem Weg, ab hier ist es nicht mehr weit und die Freiburger Hütte ist rasch erreicht.
Der Formarinsee spiegelt die Rote Wand, der Formaletsch erwacht in der Sonne und der Roggelskopf lädt zum Träumen ein. Was will man mehr. Wer hier nicht pausieren will und kann, der ist selbst schuld.
Ich entscheide mich auf dem gleichen Wege retour ins Tal zu kehren. Jetzt erst sehe ich die traumhaft schöne Farbenpracht des Laubwaldes, der sich im Dunkel der Nacht versteckt hatte. Ein Gedicht. Eine Tour, die auch gut mit Kindern gegangen werden kann und keine besonderen Erfordernisse hat, aber dennoch reichlich zu beeindrucken weiß.
Wegstrecke: 13,7km
Höhenmeter: 1.070mRote Wand und Formarinsee
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Zwei herrliche Gipfel auf einen Streich – Brandner Mittagsspitze und Saulakopf

Blick zum Lünersee
Die Brandner Mittagsspitze wacht hoch über dem schönen Talort in Brand. Die Brandner Mittagsspitze hat sich ihren Platz zwischen Saulakopf und der Königin Zimba gesucht. Sie gehört zu den weniger begangenen Gipfeln dieser Region, was auch weiter nicht verwunderlich ist, da kein offizieller Weg zu ihr führt. Die Brandner Mittagsspitze ist am besten über den Saulakopf zu erreichen, indem man den Grad abwandert und sich ihr langsam nähert. Sie bietet ein herrliches Panorama und Schwindel erregende Tiefblicke ins Tal.
Eine herrliche Tour, die keinerlei Wünsche offen lässt und Herz und Seele beflügelt. Direkt an der Talstation der Lünerseebahn geht es los. Direkt nach der Bahn – Hinweis Tafel Richtung Übungsklettersteig – führt ein kleiner Bergpfad unmittelbar zum Einstieg in den Saulajochsteig. Es gibt kein Schonen, denn es geht von Anfang an richtig zur Sache. Der schmale Steig schlängelt sich hoch zum Saulajoch. Der Blick ins Tal, auf die Talstation, ist imposant und die Staumauer des Lünersees liegt beeindruckend vor einem. Wer etwas später unterwegs ist, sieht die Lünerseebahn über sich hinweg schweben, hoch zum Lünersee und Douglas Hütte.
Mit Erreichen der Seehöhe des Lünersee geht es über den Steig hoch zum Saulajoch. Das Saulajoch ist bald erreicht. Ein Kleinod, eine Idyllle, ein Traum für jedes Wandererherz. Eine Weggabelung zeigt in Richtung Heinrich-Hüter Hütte, Saulakopf-Klettersteig und Saulakopf. Hier wählt man – es sei denn man hat sein Klettersteiggeschirr dabei – den steilen Pfad hoch zum Saulakopf. Über den schönen Gebirgspfad geht es von hier hoch zum Saulakopf. Der Blick vom Saulakopf ist beeindruckend. Das Brandnertal liegt zu meinen Füßen, die Zimba vor meiner Nase und der Blick auf die Schesaplana und den Lünersee verzaubern. Im Sommer ist der Saulakopf ein beliebtes Tourenziel, denn er ist verhältnismäßig einfach zu erreichen und bietet dennoch hoch alpines Feeling.
Da ich zeitlich gut unterwegs bin, entschließe ich mich, dem Kamm entlang zur Brandner Mittagsspitze zu gehen. Es gibt hier keinen markierten Weg und man muss immer wieder kleine Hürden, die mit einfacher Kletterei verbunden sind, überwinden. Nichts für Ungeübte, aber für geübte Alpinisten kein Problem. Herrliche freie Kraxelei ist einfach etwas Schönes. Die Blicke ins Tal, die sich hier einem offenbaren sind Schwindel erregend, aber von besonderer Eindrücklichkeit. Die Zimba rückt immer näher und der schöne Ort Brand schaut von hier aus, wie ein kleines Ameisennest aus. Die Heinrich-Hueter Hütte liegt tief zu den Füßen des Gipfels.
Der Blick vom Gipfel auf Brand ist Atem beraubend. Einzigartig und einfach schön. Vor mir liegt der Mottakopf, rechts von mir die Zimba, im Rücken der Saulakopf und die Schesaplana ist zum Greifen nahe. Retour geht es über den gleichen Weg. Eine lohnende Tour, die jedes Herz höher schlagen lässt. Aber mit der Brandner Mittagsspitze eines etwas schwierigeren Charakter erhält. Hier sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit unerlässlich!
  • Wegstrecke: 10,5km
  • Höhenmeter: 1.293m
  • Parkmöglichkeiten: Lünerseebahn – Talstation
  • Einkehrmöglichkeiten: auf dem Weg keine – in Brand ausreichend Möglichkeiten

Aufstieg Saulakopf
Die mächtige Zimba
Die Zimba
Der Lünersee von oben
Schwindel erregende Tiefblicke

Drei Schwestern (2.052m) – Halbtagstour auf den Hausberg von Feldkirch

Drei Schwestern
Die Drei Schwestern, deren markante Form und der Name des Berges sind auch Thema einer Sage, die je nach Region etwas anders erzählt wird. Wenn man der vorarlbergerischen Sage Glaube schenken darf, dann wurden drei Schwestern aus Frastanz, die sich am Sonntag, statt in die heilige Messe zu besuchen, zum Beerensuchen in die Berge begaben, zur Strafe in Stein verwandelt. Wenn man die liechtensteinische Sage (siehe am Ende des Tourenbericht) liest, dann kamen die drei Schwestern aus Schaan und wurden von der Mutter Gottes bestraft. Wie dem auch sei, hier hat man es im wahrsten Sinne des Wortes mit drei wilden Frauen zu tun.
Oberhalb von Amerlügen beim Wanderparkplatz für die Feldkircher Hütte geht diese herrliche Wanderung los. Sie führt über einen idyllischen Wald hoch zur Feldkircher Hütte. Ab hier geht es dem Bergrücken entlang vorbei an der Amelugaalpe, die mit erhabenem Blick über dem Walgau thront.
 
Ab hier geht es hoch zur Sarojaalpe, die unterhalb der wunderschönen Drei Schwestern liegt. Ab hier geht es ab von den Wald- und Wiesenwegen auf alpinem Weg hoch zu den schönen Schwestern. Traumhaft schöne Blicke auf Feldkirch und den Walgau, sowie das Rheintal und den Bodensee entlohnen für jede Anstrengung.
 
Über Fels und Stein geht es immer steiler zur Sache. Eine Eisenleiter, die erklommen werden muss führt ins letzte Stück dieser herrlichen Wanderung.
 
Vom Gipfel der Schwestern aus hat man einen wunderbaren Blick auf Liechtenstein, Feldkirch, den Walgau un das umliegende Gebirge. Kaum zu glauben, dass sich nicht unweit von Feldkirch ein so wunderschöner Gebirgsgipfel versteckt, der dem Hochgebirge in nichts nachsteht.
 
Der Abstieg erfolgt bis zur Sarojaalpe auf gleichem Weg. Anstatt über die Feldkircher Hütte abzusteigen, steige ich über die Jagdhütte ab. Ein Schotterweg führt durch den schönen Amerlüger Wald, der heute mit Pilzen dicht übersät ist.
 
Eine eindrucksvolle, sehr abwechslungsreiche Wanderung, die gut für einen halben Tag angelegt werden kann.
 
Wegstrecke: 14,7km
Höhenmeter: 1.567m
Laufzeit bei gutem Tempo (hin- und retour): 4 Stunden
 
Höhenprofil:
Plan:
Blick auf den Walgau
Blick auf den Walgau
Blick auf den Walgau
Blick auf den Walgau
Blick auf den Walgau
Morgenerwachen im Walgau
Morgensonne über dem Walgau
Der herrliche Laubwald
Drei Schwestern

Schafgafall (2.414m) – ein einsamer Gipfel hoch über dem Lünersee

Lünersee
 
Ein traumhaft schöner Herbstmorgen lockt mich vor die Türe. Heute zieht es mich in das Brandnertal. Eigentlich habe ich den Schillerkopf als mein Ziel erkoren, aber irgendwie zieht es mich ans Ende des Tales.
 
Über den „Bösen Tritt“ steige ich auf zum Saulasteig und wandere hoch zum Saulajoch. Die tolle Herbstlandschaft, die gigantische Stimmung der Wolken und der Sonne sind eine wahre Wohltat. Ein Traum. Auf dem Saulajoch lacht mir die Sonne ins Gesicht. Die Gebetsfahnen, die leider etwas mitgenommen sind, erinnern einmal mehr an Tibet. Die zwei herrliche Gipfel um mich tun ihr übriges dazu.
 
Da auf den Saulakopf bereits die ersten Gipfelstürmer unterwegs sind, entscheide ich mich für den einsamen Schafgafall. Gott sei Dank! Ein Traum von einem Berg. Es führt zwar kein markierter Weg hier hoch, aber mit etwas Auge und Übung findet man seine Variante. Allerdings sollten dies nur geübte Berggeher wagen, denn ein falscher Tritt könnte im oberen Drittel in das Auge gehen.
 
Der Blick auf den Lünersee, aber auch auf den Saulakopf und die Königin „Zimba“ sind beeindruckend. Und an manch einem Eck sieht man auf die mit Schnee bedeckte Schesaplana. Schön, dass ich mich für diese Variante entschieden habe.
 
Der Wind ist eisig und eine lange Pause würde mich wohl etwas frieren lassen und so mache ich mich auf gleichem Weg zurück zur Talstation der Lünerseebahn.
Wegstrecke: 6,2km
Höhenmeter: 1.164m
Besonderheiten: Trittsicher, Schwindelfrei
Einkehrmöglichkeiten: keine (bzw. in Brand)
Parkmöglichkeiten: Lünerseebahn
 
Höhenprofil:
 
Tourenkarte:
 
Lünersee
Saulajoch
Seekopf
Saulakopf und Zimba
Nicht immer ganz eben 🙂
Schafgafall