Archiv der Kategorie: Brauchtum

Thomasnacht – die erste der Rauhnächte

Die Wintersonnenwende steht bevor und beginnt mit der dem 21. Dezember des Jahres. Mit der sogenannten Thomasnacht. Diese Nacht geht zurück auf den Apostel Thomas. Thomas war der „Zweifler“ unter den Jüngern Jesu. Thomas war auch jener Jünger, der sich nach dem Pfingstwunder nach Persien und Indien begab. Nicht zuletzt gibt es dort auch heute noch sogenannte „Thomaschristen“.

Die Thomasnacht ist jene Nacht, die im Jahreskreis am längsten dauert und mit dem kürzesten Tag aufwartet.

Die Thomasnacht wird auch die Nacht der Liebenden genannt. Früher wurde in jener Nacht der Partner für das Leben orakelt. Man legte sich hierfür Zettel mit Namen unter das Kopfkissen und zog am Morgen einen davon. In anderen Regionen wiederum sagte man, dass man in jener Nacht vom Partner des Lebens träumt. Wer in dieser Nacht im Traum erscheint, ist laut Aberglauben, der Partner, den man wahrhaftig liebt.

In anderen Bergregionen legte man sich in der Thomasnacht einen Bergkristall in die Hände und ging mit diesem und der Bitte, die wahre Liebe zu offenbaren, in das Reich der Träume. Der Heilige Thomas sorgte dann für die entsprechenden Träume … der beziehungsweise jene, die sich in dieser Nacht in den Träumen offenbarte, war der/die für das gemeinsame Leben.

In Kärnten wiederum war man davon überzeugt, dass man in der Thomasnacht in die Zukunft sehen kann. Jungbauern haben früher das sogenannte „Zaunstecken-Zählen“ veranstaltet. Dabei hat man eine Zahl genannt und hat von der Zauntür ausgehend nach rechts gezählt. Der Stecken auf den man so gelangte sollte Aufschluss darüber geben, wie der künftige Partner aussah.

Auch in Böhmen war man davon überzeugt, dass man in der Thomasnacht seinen künftigen Ehepartner erkennen kann. Dazu werden in der Thomasnacht aus neun Arten verschiedenen Holz Kränze gefertigt. Diese setzt man am Abend auf den Kopf und begibt sich in der Nacht an einen Bach. Im Wasser des Baches soll dann das Gesicht des künftigen Partners erscheinen.

Das Bettstaffel-Treten ist ein Brauch, der den gleichen Zweck erfüllt. Vor dem Schlafengehen tritt man mit dem linken Fuß in den untersten Teil des Bettes und sagt dabei folgende Worte:

„Bettstaffel ich tritt dich, heiliger Thomas ich bitt dich, lass mir erscheinen den allerliebsten meinen.“

Bauernweisheit für die Thomasnacht:

„Friert’s am kürzesten Tage, so ist’s immer eine Plage.“

 

Ich wünsche euch auf jeden Fall eine schöne Nacht, wunderbare Träume und dass ihr von Verletzungen an den Füßen verschont bleibt. Und wenn du dir nicht sicher bist oder jemand neben dir liegt, der unter Umständen nicht 🙂 … dann stelle lieber keine Fragen 🙂 man muss nicht immer ALLES wissen 🙂

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Lostage im schönen April (Bauernregeln)

 

Tag Prognose lt. 100-jährigem Kalender Lostag / Bauernregel
1.-2. April Erneut kalt 2. April: „Bringt Rosamund Sturm und Wind, so ist Sybille (29. April) und gelind.“
3.-5. April Warmes und sehr schönes Wetter 4. April: „Erbsen säe Ambrosius, so tragen sie reich und geben Mus.“

5. April: „Ist St. Vinzent Sonnenschein, gibt es vielen guten Wein.“

6.-7. April Windig und regnerisch
8.-11. April Schönes, warmes Wetter 8. April: „Wenn’s viel regnet am Amantiustag, ein dürrer Sommer folgen mag.“

10. April: „Leinsamen sollst Du säen am St. Ezechiel.“

12. April Starker Regen, teilweise heftige Gewitter
13.-14. April Schönes Wetter 14. April: „Grüne Felder am Tiburtiustag, die ziehen viel Getreide nach.“
15.-21. April Regnerisches Wetter und teilweise gewittrig 16. April: „Regnet’s stark zu Albinus, macht’s den Bauern viel Verdruß.“
22.-25. April Sehr kalt und windig 22. April: „Wenn vor Georgi regen fehlt, wird man nachher damit gequält.“

23. April: „Gewitter am St. Georgstag, ein kühles Jahr bedeuten mag.“

24. April: „Wenn es friert an St. Fidel, bleibt’s 15 Tag noch kalt und hell.“

25. April: „Leg erst nach Markus Bohnen, er wird’s dir reichlich lohnen.“

26.-29. April Kaltes und trübes Wetter 26. April: „Hat St. Peter das Wetter schön, kannst du Kohl und Erbsen säen.“
29.-30. April Regnerisches Wetter 30. April: „Regen auf Walpurgisnacht, hat stets ein gutes Jahr gebracht.“

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Österliche Bräuche – Brauchtum

Ostern, in der Regel jene Zeit, in der die Krokusse, Osterglocken, Schneeglöckchen und Märzenbecher aus dem Boden sprießen. Eine Zeit, in der die Natur langsam wieder aus ihrem langen Winterschlag erwacht. Einem Schlaf, der in früheren Jahren länger und vor allem intensiver war. Ostern eine Zeit für die letzten Schwünge im Schnee, idealerweise von Sonne begleitet, oder eine Zeit, um die Skier gegen die Bergschuhe zu tauschen. Ostern, eine Zeit, die ähnlich, wie Weihnachten von Bräuchen begleitet wird, die weit zurück reichen.

Das Osterei – lange Tradition

Das Osterei kann auf eine lange Geschichte verweisen. Das sogenannte Pasch-Ei wird nachweislich erstmals 1054 erwähnt und wurde am Ostermorgen als Symbol geschenkt. In der Regel wurde das Ei rot eingefärbt. Erzählt man sich mancher Orts, dass das Ei als Symbol der Auferstehung geschenkt wird, so wurde es damals als Symbol für das Grab Jesu gesehen. Durch das Erhitzen war es hart wie Stein, tot, leblos und kalt. Die heute übermittelte Botschaft hingegen klingt schöner, fröhlicher: Christus ist auferstanden – das Ei als Zeichen der Auferstehung.

Das Ei selbst hat aber seinen Ursprung wohl eher in der Fastenzeit, die in früheren Jahren deutlich intensiver gelebt wurde. In der vierzigtägigen Fastenzeit haben die Christen früher, dank des Fastens, geistig gelebt. Verzichtet wurde auf Fleisch, Fette, Milch, Butter, Sahne und Käse. Auch auf Eier wurde verzichtet, da man diese als flüssiges Fleisch ansah. Da das Frühjahr die beste Legezeit für Hühner ist, entstand dadurch ein Problem. Eier haltbar zu machen ist nicht einfach. Daher entstand der Brauch vom Fastnachthuhn. So wurde auf Umwegen auch die Anzahl der gelegten Eier reduziert.

Die Chinesen haben bemalte Eier schon vor fünftausend Jahren bemalt zum Frühlingsanfang verschenkt. Für die Chinesen ist das Ei ein Symbol der Fruchtbarkeit.

Aber auch für die Juden hat das Ei Tradition. Brezel und Eier stehen symbolisch für den fortdauernden Charakter des Lebens. Daher werden sie bei Trauerfeiern als Speise serviert. Das Ei selbst steht hier für verhindertes Leben und ist ein Symbol der Trauer.

Bei den Christen gelangt das Ei normalerweise in den sogenannten Weihekorb und wird mit anderen Spesen (Osterlamm, Osterfladen, ein Stück Schinken oder Speck, Salz) zum Altar zur Weihe getragen. Die geweihten Speisen wurden dann zum Frühstück verzehrt, da man diese nüchtern essen musste, damit sie, laut Brauchtum, wirken konnten. Mancherorts wurden die Eier „angeditscht“, also an beiden Enden eingedrückt, damit sie die Weihe besser empfangen konnten. In bäuerlichen Regionen wurde das geweihte Ei auch auf dem Acker vergraben, damit eine gute Ernte eingefahren werden konnte.

lebensbaum

Der Osterhase – ursprünglich von der Kirche verpönt

Der Hase selbst war in frühen Jahren ein unter Christen verpöntes Tier. Sein Liebesleben, das als „ausufernd“ angesehen wurde, stieß dabei auf. Deshalb wurde der Hase von gläubigen Christen auch nicht verspeist. Der Hase stand für Fruchtbarkeit und Sinnlichkeit.

Seit 1800 ist der Osterhase jedoch fixer Bestandteil des österlichen Brauchtums. Wenngleich bereits früher über seine Bedeutung zu lesen ist. Urkundlich wird von sogenannten „Haseneiern“ gesprochen. Damals wurde oft erzählt, dass der Osterhase diese Eier in den Garten legt. Richtigen Einzug in das österliche Fest erhielt der Osterhase durch die Entdeckung des Rübenzuckers und der Süßwarenindustrie, die mit sympathischen Hasen eine neue Absatzquelle in der Frühjahrszeit fand. Der Osterhase wurde als Süßigkeit in vielen unterschiedlichen Formen erfolgreich verkauft.

Der Osterhase selbst, als Symbol für Ostern, war noch vor dem ersten Weltkrieg, in vielen ländlichen Regionen unbekannt. Erst in den dreißiger Jahren war er dann in kaum einer Familie mehr wegzudenken.

Die Tiroler konnte dem Eier legenden Hasen nichts abgewinnen und haben seit jeher von der Osterhenne gesprochen. Kein Wunder, sind sie der Landwirtschaft doch deutlich mehr verwurzelt als viele andere Regionen 😉

In Thüringen, Schleswig-Holstein und Oberbayern war es interessanterweise in der Regel der Hahn, der als Symbolfigur diente. Hoffen wir, dass sie dort nicht denken, er legt die Eier …

huflatich

Pumpermittwoch – die stummen Glocken

In vielen Gegenden verstummen die Kirchenglocken ab Gründonnerstag. Sie sind, so erzählt man, nach Rom geflogen. In Tirol hat man in früheren Jahren, in Gedenken an den nahen Tod Jesu, am Mittwoch vor dem Gründonnerstag die Kerzen gelöscht. Die Finsternis war ein Zeichen der Trauer. Die Gründonnerstagsmesse – das letzte Abendmal – war eine der bedeutsamsten Messen. Der Verrat von Judas stand im Mittelpunkt und wurde am Ende der Predigt mit einem starken Schlagen gegen die Kirchenbänke lautstark hervorgehoben.

Später wurden auch selbst aus Holz hergestellte Geräte mitgebracht, um die Wut, den Ärger und die Trauer zum Ausdruck zu bringen. So hielten die „Ratschen“ Einzug in das österliche Leben. Die „Ratschen“ ersetzten in der Folge die Kirchenglocken, die Stumm blieben bis zur Auferstehungsfeier.

Prozessionen – Grabwachen

Nach wie vor wird in einigen Orten Tirols die Tradition der Grabwachen und Prozessionen intensiv gepflegt. In Arzl und Nauders finden solche statt und die heiligen Gräber werden mystisch geschmückt und nicht selten finden auch heute noch sogenannte Grabwachen statt. Das eigentliche Osterfest wurde am Karsamstag mit der Auferstehungsfeier gefeiert.

Am Ostermorgen selbst kam die dörfliche Gemeinschaft zusammen. Es wurden und teilweise werden sie das heute noch Osterläufe abgehalten. Teilweise musste mit Eiern ein Hindernispacour bewältigt werden.

Emmausgehen und Osterziehen

Auch der Ostermontag hat in der ländlichen Region tiefe Wurzeln. Am Ostermontag wurden die Verwandten besucht. Dieser Brauch geht auf das Evangelium von Lukas zurück, der davon berichtet, dass sich zwei Jünger auf den Weg machten, um in den Ort Emmaus zu gehen. Auf dem Weg dorthin trafen sie Jesu, erkannten diesen aber auf den ersten Blick nicht. Erst als dieser das Brot mit ihnen teilte wurde ihnen bewusst, dass Jesus von den Toten auferstanden sein musste.

Das Osterziehen hingegen – ebenfalls vor allem im Tirol verbreitet – geht es darum, dass junge Burschen am Abend des Ostersonntags durch die Straßen ziehen und aus unaufgeräumten Gärten Gegenstände einsammeln und zum Dorfplatz tragen. Die Besitzer konnten diese Gegenstände, unter Belustigung der anderen Dorfbewohner, dort am Morgen des Ostermontag wieder abholen. In Kematen (liegt bei Innsbruck) wird dieser Brauch noch heute gelebt.

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Alt, aber bewährt – Wettervorhersage nach dem 100 jährigen Kalender

Der 100 jährige Kalender ist zwar alt, aber er bewährt sich nach wie vor. Die Prognosen für den letzten Sommer und für den bisherigen Winter waren treffend, was vor allem für die Monate Januar und Februar für Wintersportfreaks hoffen lässt. Grund genug, einen Blick auf die Monate März bis Mai zu werfen.

Ausblick für März 2015

1.März Heftige Winde – Schnee teilweise bis in die Tallagen
2.-3. März Schönes Winterwetter
4.-7. März Regnerisches Wetter
8. März Windiges, sehr trübes Wetter
9. März Deutlich wärmer, regnerisch
10. März Erneut Schneefall
11.-13. März Kaltes, aber schönes Wetter
14. März Regnerisches Wetter; teilweise Schnee bis in tiefere Lagen
15.-16. März Deutlich kälter, aber klar
17.-18. März Stark windig, tlw. sehr heftige Böen
19.-20. März Kalt und windig und es fällt erneut Schnee (tlw. sehr ergiebig)
21.-23. März Kaltes Winterwetter
24.-31. März Frost am Morgen, am Tag Tauwetter

Ausblick für April 2015

1.-2. April Erneut kalt
3.-5. April Warmes und sehr schönes Wetter
6.-7. April Windig und regnerisch
8.-11. April Schönes, warmes Wetter
12. April Starker Regen, teilweise heftige Gewitter
13.-14. April Schönes Wetter
15.-21. April Regnerisches Wetter und teilweise gewittrig
22.-25. April Sehr kalt und windig
26.-29. April Kaltes und trübes Wetter
29.-30. April Regnerisches Wetter

Ausblick für Mai2015

1.-2. Mai Raues, kaltes und windiges Wetter
3.-14. Mai Schönes Frühlingswetter, das nur zeitweise von leichtem Regen unterbrochen wird
15.-22. Mai Kaltes und regnerisches Wetter, zeitweise sogar Hagel möglich
24.-26. Mai Sehr schönes Frühlingswetter
27.-29. Mai Erneut kalt und leichter Regen
30. Mai Der Winter kehrt zurück – es fällt tlw. Schnee bis in die Tallagen

Vorhersage für Januar und Februar 2015

Die Vorhersage nach dem 100 jährigen Kalender für die Monate Januar und Februar findet ihr hier.

Weiterführende Informationen

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Der Winter kommt nicht, aber die Rauhnächte …

Auf den Winter, den Schnee und weiße Weihnacht ist kein Verlass. Aber die Rauhnächte halten jedes Jahr auf ein Neues Einkehr. Ihnen wohnt ein ganz besonderer Nimbus inne. Mit dem 21. Dezember beginnt die Zeit des Räucherns, der Einkehr und Besinnung.

Thomasnacht – die erste der Rauhnächte

Die Thomasnacht am 21. Dezember ist die erste aller Rauhnächte. Sie läutet eine ganz besondere Zeit ein. Eine mystische, eine von Sagen und Ritualen umwobene. Die Thomasnacht geht auf den Apostel Thomas zurück. Thomas, auch bekannt als der „Zweifler“, war einer der Jünger von Jesu. In den apokryphen Schriften wird Thomas auch als der Zwillingsbruder von Jesu bezeichnet. Und dies obwohl er jener Jünger war, der die Auferstehung erst glaubte, als er seine Finger in die Seitenwunde Jesu legen durfte.

Folgende Volksweisheiten/Sprüche gehen auf die Thomasnacht zurück:

„Frierts am kürzesten Tage, so ist’s immer eine Plage.“

„Wenn St. Thomas dunkel war, gibt’s ein schönes Jahr.“

 

Rituale, Aberglauben oder doch mehr

Über die Rauhnächte habe ich bereits einiges zusammengetragen (siehe unter weiterführende Informationen oder auch auf http://bergeinvorarlberg.com). Daher möchte ich in diesem Beitrag auf die alten Bräuche, Rituale und auch Vorstellungen, die jene Nächte umgaben eingehen. Sie sind faszinierend und beinahe unglaublich zu gleich.

Brauch/Aberglaube aus Österreich

Um den künftigen Ehepartner zu erkennen, werden am Heiligen Abend, in der Thomasnacht und in der Johannesnacht Kränze aus neun verschiedenen Arten Holz gefertigt. In einer sternenklaren Nacht begibt man sich dann mit dem Kranz auf dem Kopf an einen Bach. Der Volksmund sagt, dass man, wenn man nun ins Wasser des Baches blickt, den künftigen Ehegenossen im Wasser erkennt.

Mythos aus Österreich

Wer in der Thomasnacht einen Spiegel zur Hand nimmt und mit einem brennenden Licht sich auf den Weg ins Freie macht, der kann um Mitternacht, wenn er in den Spiegel blickt, erkennen, was diejenige Person tut, die ihm lieb ist.

Aberglaube aus Niederösterreich

Man soll in der Thomasnacht einen Apfel entzweien und anschließend die darin enthaltenen Kerne zählen. Wenn es eine gerade Zahl ist, dann steht eine baldige Heirat bevor. Andernfalls darf man darauf hoffen und warten. Wird beim Durchschneiden ein Kern gespalten, dann steht Streit bevor. Wenn man gar zwei Kerne durchschneidet, dann steht der Tod des Partners bevor.

Eine spannende Nacht

Wenn man sich in der Thomasnacht anders bettet, sprich den Kopf dort lagert, wo ansonsten die Füße liegen, dann geschieht alles, was man in dieser Nacht träumt, im kommenden Jahr.

Keine Sorge, ich bin nicht abergläubisch und weit davon entfernt all dies zu glauben. Aber es ist wichtig, auch diese Hintergründe zu durchleuchten, wenn es darum geht, zu verstehen, welche Bedeutung den Rauhnächten unsere Ahnen zugestanden haben.

Die besonderen Rauhnächte

Insbesondere der Dreikönigsnacht, dem Heiligabend und dem Tag der Kinder (28.12.) werden und wurden eine ganz besondere Bedeutung zu Teil. Früher war man sogar davon überzeugt, dass in der Heiligen Nacht die Tiere sprechen können. Nicht zuletzt auch deshalb gibt es diesbezüglich Filmmaterial.

Warum gerade zum Jahreswechsel räuchern?

Wie bei vielen Dingen, die wir von unseren Ahnen übernommen haben, hat auch das Räuchern zum Jahreswechsel bei genauerer Betrachtung seinen Sinn. Zum einen haben Heilkräuter in dieser Zeit ihre größte Wirkung, zum anderen sind an den kürzesten Tagen im Jahr die Erdstrahlungen am Höchsten. Dadurch können empfindsame Menschen in dieser Zeit tatsächlich körperliche Probleme haben. Zudem waren die Winter in früheren Zeiten härter und von deutlich mehr Schnee geprägt. Nicht selten war man von anderen Familien und Gehöften viele Tage abgeschnitten. Das Räuchern gab Sicherheit und trug zum Wohlbefinden bei.

Weiterführende Informationen:

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Adventszeit: viel mehr als nur Weihnachtsmärkte und Weihnachtseinkauf

Keine Sorge ich schreibe hier nicht einen kritischen Bericht über die heutige Zeit und ich werde auch nicht moralisieren. Immer wieder habe ich auf meinem Blog über Brauch, Sitten und Praktiken aus früheren Zeiten berichtet. Immer wieder mit Bezug vor allem auf Gebirgstäler und hochgelegene Ortschaften. Das soll auch so bleiben. Als Gebirgsfex interessiere ich mich nicht nur für die Gipfel der schönen Region, sondern auch dafür, wie die Menschen hier früher gelebt haben.

Adventkranz – Brauchtum aus der Hansestadt

 

Der Adventkranz ist kein Brauchtum aus den Gebirgstälern, da er aber heute nicht mehr weg zu denken ist, ähnlich wie der Christbaum, soll auch dieser hier seine Erwähnung finden. Der Theologe Wichern hat den Kranz im Jahr 1839 für seine Kinder gestaltet. Diese fragten immer wieder danach, wie lange es noch bis Weihnachten ist und so machte er einen Kranz aus Holz mit 19 kleinen roten und 4 großen weißen Kerzen. Täglich wurde eine rote angezündet, an den Sonntagen jeweils eine weiße.

Die Tannenzweige, die heute noch oft für den Kranz verwendet werden, kamen erst später (1851) dazu. Sie waren ein Symbol des Lebens und der Hoffnung.

Weihnachtsbaum – Brauchtum unbekannten Ursprungs

 

Ungeklärt ist der Ursprung für den Weihnachtsbaum. 1419 wurde in Freiburg von der Bäckerschaft in der Stadt ein Baum für Kinder mit Naschwerk aufgestellt. 1539 wurde beim Straßburger Münster erstmals ein Weihnachtsbaum aufgestellt.

Barbarazweige – Zeichen der Hoffnung

 

Die Hl. Barbara fiel der Christenverfolgung im 3. Jahrhundert nach Christus zum Opfer. Ihr eigener Vater zeigte sie nach ihrer Taufe an und so wurde sie festgenommen und inhaftiert. Ein verdorrter Kirschzweig, den sie immer wieder mit Wassertropfen benetzte, spendete ihr Trost, denn er begann zu blühen.

In vielen Tälern und Gegenden wird auch heute noch am 4. Dezember der Hl. Barbara gedacht. Es wird ein Obstzweig, bevorzugt Kirsche, in ein Glas Wasser gestellt. Beginnt dieses Gehölz an Weihnachten zu blühen, ist das ein gutes Zeichen. Früher ging man davon aus, dass ein blühender Barbarazweig eine bevorstehende Hochzeit oder eine Kindstaufe im neuen Jahr zu bedeuten habe.

Frauentragen – ein Brauch aus Österreich

 

Vor allem in Tirol und Salzburg war dieser Brauch sehr viel verbreitet. Ein Marienbild wird zu einer Familie getragen und dort über Nacht abgestellt. Gemeinsam wurde dann gegessen, gesungen und gebetet. Das Marienbild wanderte in der Adventszeit von Familie zu Familie und man pflegte so nicht nur den besinnlichen Advent, sondern vor allem die Gemeinschaft in der kalten Jahreszeit.

Kletzenbrot – und die bevorstehende Hochzeit

 

Vieler Orts wurde früher das Kletzenbrot gebacken. Das Kletzenbrot galt als segensreich. Das Ende des Kletzenbrotes, der Schwartling, galt vor allem bei den jugendlichen Männern als Liebesbeweis. Aber auch junge Frauen waren auf den Schwartling aus, denn wer neun von ihnen sammeln konnte, der durfte darauf hoffen, dass eine Heirat im neuen Jahr anstand.

Christstollen – das neugeborene Jesuskind

 

Der Christstollen hat seine Form nicht von ungefähr. Seine Form symbolisierte das frisch geborene Jesuskind. Wer sich nun wundert, der muss wissen, dass früher frisch geborene Babys mit Windeln eingepackt wurden und tatsächlich der Form des Christstollens sehr ähnlich waren.

Weihnachtskrippe – und die Burgkapelle in Hocheppan

 

Das Krippenspiel gehört schon lange zum fixen Bestandteil der christlichen Weihnacht. Um etwa 1200 nach Christus wurde erstmals (urkundlich erwähnt) in der Burgkapelle in Hocheppan im deutschsprachigen Raum ein Krippenspiel abgehalten.

Hl. Nikolaus und seine dunklen Begleiter

 

Der Heilige Nikolaus steht im krassen Gegensatz zu seinen Begleitern, der in vielen Regionen gar düstere Auswüchse annahm. Der Begleiter war in der Regel zur Bestrafung von ungezogenen Kindern dabei. Bekannt ist der Begleiter unter folgenden Namen:

  • Knecht Rupprecht
  • Beelzebub
  • Krampus
  • Hans Muff
  • Pelzprecht
  • Pelzmärtel
  • Rasselbock
  • Klaubauf

Die Perchten und die Rauhnächte

 

Ähnlich, wie auch die Begleiter des Hl. Nikolaus, ist das Brauchtum um die sogenannten Perchten eher düster. Die Erklärungen für diesen Brauch sind unterschiedlicher Natur. In Erscheinung treten die Perchten, wild maskierte Menschen, an den Rauhnächten zwischen Weihnachten und Heilig Dreikönig. Im Tirol gab es sogenannte Schiachperchten, die in der Nacht und in großer Zahl auftraten und die sogenannten Schönperchten, die am Tag in Erscheinung traten und den Bewohnern Glück und Segen wünschten.

Das Brauchtum um die Perchten ist vor allem in Süddeutschland, Tirol und Salzburg verbreitet.

Anklopfen – Brauchtum der Geselligkeit

 

In vielen Bergregionen war das „Anklopfen“ ein beliebter und gelebter Brauch. Dabei ziehen in kleinen Gruppen junge Männer durch die Ortschaft. Sie sind als Hirten, Josef und Maria verkleidet und spielen die Herbergssuche mit Liedgut nach. Früher war man davon überzeugt, dass man mit dem „Anklopfen“ böse Geister vertreiben konnte.

Weiterführende Informationen

 

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Von Bräuchen, Bergbauern und heiligen Kräutern …

In meinem Artikel „Alt und doch bewährt – Bräuche der Bergbauern“ habe ich bereits einiges zusammengetragen. Meine Kraftplätze liegen in den Bergen und auch meine Wurzeln führen dorthin zurück. Vielleicht interessieren mich diese Dinge deshalb. Aber keine Sorge, spätestens Morgen bin ich wieder im Gebirge unterwegs und werde zu meinen üblichen Themen übergehen. In diesem Artikel möchte ich euch über Riten und Bräuche im Herbst und Winter berichten.

September – Sammel- und Erntezeit

 

Um den 21. September herum werden Tag und Nacht wieder gleich lang. Die Nacht, das Dunkle gewinnen wieder Überhand. Für die Bergbauern kehrte mit dieser Zeit auch wieder die Abgeschiedenheit ein.

Die Kelten feierten die Tagundnachtgleiche am 22. September – Maban oder Alban Eluen wurden diese Feste bezeichnet. „Mabon“ bedeutet „Großer Sohn“. Zu diesen Festen fertigten die Kelten Kornpuppen aus Stroh an. Je nach Ritual wurden diese aufgehängt, vergraben oder angezündet. Ein besonderes Zeichen von Glück war es, wenn die vergrabene Kornpuppe im kommenden Frühjahr Knospen trieb.

In der herbstlichen Jahreszeit soll der Lichtgott („Lug“) zum Gott der Dunkelheit werden. Die schwarze Göttin hält Einzug. Nicht selten hat man in dieser Zeit in Schluchten und Höhlen ihr zu Ehren Rituale abgehalten. Ein mystisch anmutender Ort in Vorarlberg ist das „Kirchle“, das etwas hinter der Alplochschlucht liegt. Mich würde es nicht wundern, wenn hier ähnliche Rituale abgehalten wurden beziehungsweise vielleicht sogar noch werden.

Die Germanen dankten hingegen ihrem Donnergott „Thor“ für die Einbringung der Ernte. Übrigens: heute klopft man, wenn man Glück gehabt hat, gerne dreimal auf Holz. Dieses Ritual stammt von den alten Germanen.

In christlichen Regionen feierte man Kirchweihfeste, auch bekannt als „Kirmes“. Feste, die wir auch heute noch kennen, aber dessen Hintergrund uns nur selten bewusst ist. Die Kirchweihfeste waren früher Opfer- und Dankesfeste. Die Menschen dankten für eine gute, ertragreiche Ernte.

Der 29. September (Gedenktag an den Heiligen Michael) ist und war üblicherweise das Ende der Erntezeit. Für die Bauern und Landwirte war dieser Tag ein besonderer Lostag.

„Gibt Michaeli Sonnenschein, wird es in zwei Wochen Winter sein.“

„Sind um Michaeli die Vögel noch hier, haben bis Weihnacht lind Wetter wir.“

„Bringt St. Michael Regen, kannst Du gleich den Pelz anlegen.“

Das hierzulande bekannteste Fest/Ritual ist das Erntedankfest. Es geht zurück bis ins dritte Jahrhundert. Auch heute noch werden in Bergtälern sogenannte Erntedankkronen auf Umzügen mitgeführt. Das christliche Erntedankfest wird gerne auch mit Jahrmärkten verbunden.

In den USA wird dieses Fest als „Thanksgiving“ gefeiert. Die Juden feiern das Laub-Hüttenfest.

In den Weinregionen werden nicht selten Weinfeste gefeiert, die früher ebenfalls aus Dank für eine gute Lese abgehalten wurden.

In Bergregionen ist das klassische Dankesfest der „Almabtrieb“. Viele Touristenregionen vermarkten diesen heute im großen Stil. Aber auch dieses Fest hatte nur einen eigentlichen Zweck, den Dank für eine gute Saison auf der Alm. Beim Almabtrieb wird das Vieh geschmückt. Blumen, Bänder, Spiegel und Glocken werden den Tieren umgehängt. Bevor die Tiere im Tal wieder in den Stall getrieben wurden, wurden sie früher dreimal um diesen herum geführt. Mit dem Glockengeläut sollten Dämonen vertrieben werden. Übrigens: früher war der Senn und die Sennerin eine angesehene Person, wie auch der Bergbauer.

In den Bergbauernfamilien hat im Herbst der Hergottswinkel wieder an Bedeutung gewonnen. Er wurde geschmückt, hergerichtet und mit einem Kreuz versehen. In den meisten Höfen fand man dort früher auch eine Marienstatue. Im Bergbauernhof meines Vaters wurden dort auch Bilder der Vorfahren aufgestellt. Ihnen wurde in dieser Zeit besonderes Gedenken geschenkt.

Mit dem Ende des Monats Oktober ging man über in den November, die „Anderswelt“. Die Nächte wurden immer länger und nicht selten waren viele höher gelegene Höfe bereits eingeschneit. Abgeschiedenheit, Zurückgezogenheit, aber auch Einkehr hielten Einzug in die Familien der Bergbauern. Die Zeit des Gedenken, der Einkehr und der Andacht brach ein.

Die vier heiligen Kräuter der Kelten

 

Mädesüß

Das Mädesüß ist ein Rosengewächs, das besonders stark duftet. Aufgrund seiner Süße wurde es früher gerne eben zu diesem Zweck eingesetzt. Weinbauern haben damit teilweise auch den Wein aromatisiert. Das ist natürlich nicht ganz lupenrein 😉 aber allemal besser als Glykol. Die weißen Blüten des Mädesüß ähneln den Blüten des Holunders. Mädesüß ist ein ausgezeichnetes Heilkraut, das vor allem gegen Durchfallerkrankungen eingesetzt wurde und wird. Am häufigsten finde es sich als Tee oder Sirup wieder. Die Kelten haben mit Mädesüß aber auch ihre Stoffe gefärbt, aber insbesondere wurde es zur Abwehr von Geistern und Dämonen eingesetzt.

Eisenkraut

Noch heute ist das Eisenkraut oft auch als Wunsch- oder Sagenkraut bekannt. Die Blüten sind fliederfarben. Die Kelten haben das Eisenkraut auch Druidenkraut genannt. Ihm wurden magische Kräfte zugesagt. Das Eisenkraut wurde von den Kelten nur bei finsterer Nacht gesammelt. Auch der Mond durfte kein Licht auf die Erde werfen.

Mistel

Die Mistel ist eigentlich eine klassische Schmarotzerpflanze, die auf Bäumen und Sträuchern wächst. Die Mistel hat männliche und weibliche Blüten und bildet nach der Befruchtung weiße Beeren aus. Für die Kelten war die Mistel eine heilige Pflanze. Mit ihr sollen die Kelten sogar Vergiftungen erfolgreich geheilt haben. Die Mistel durfte nur von einem keltischen Priester geerntet werden und selbst er durfte nur ein goldenes Messer dafür verwenden.

Brunnenkresse

Die weißblühende Brunnenkresse ist das vierte Kraut im Bunde der heiligen Kräuter der Kelten. Die Brunnenkresse ist vitamin- und mineralstoffreich. Auch heute noch wird die Brunnenkresse gerne für Salate und Suppen verwendet. Ihr Geschmack erinnert an die normale Kresse, mit einem leicht scharfen Beigeschmack.  Die Kelten haben die Brunnenkresse als Aphrodisiakum eingesetzt. Die Brunnenkresse war für die Kelten, wie die Mistel, eine heilige Pflanze.

 

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Rauhnächte – Aberglaube und Volksmund

Ich habe in meinen bisherigen Berichten bereits einiges zum Thema Rauhnächte zusammengetragen. Wer in den letzten Tagen und Nächten in den Bergen unterwegs war, der konnte feststellen, dass vor allem die Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge besonders farbenprächtige Schauspiele waren. Diese Farbenpracht wird und wurde im Zusammenhang mit den Rauhnächten gesehen, hat aber vielmehr damit zu tun, dass die Sonne an den Tagen der Wintersonnenwende besonders tief steht.

Die Rauhnächte haben seit jeher eine besondere Bedeutung. Und so verwundert es nicht, dass damit viele Sagen, Märchen und Erzählungen eng verknüpft sind. Mein Vater, ein Zillertaler von einem Bergbauernhof, hat mir in frühen Jahren viele dieser Geschichten erzählt. Damals war mir der Zusammenhang und der Hintergrund nicht bewußt. Heute, da ich mich damit befasse, kann ich diese enge Verknüpfung verstehen.

In diesem Beitrag möchte ich Euch einige mit den Rauhnächten in Zusammenhang stehende Mythen vorstellen. Mythen, die vor allem auch aus dem täglichen Leben entstanden sind. Wie soll es auch anders sein. Die Kirche, aber auch die Not haben erfinderisch gemacht.

Alle Räder sollen stillstehen

Räder sollen in den Rauhnächten stillstehen. Etwas, das ich auch aus dem Munde meines Vaters immer wieder gehört habe. In der Zeit der Rauhnächte wurden weder Spinnräder, noch Windräder, noch die Räder von Mühlen bewegt. Das Chaos, das im vergangenen Jahr entstanden ist, sollte wieder in Ordnung kommen und zudem so sagte man, drehte sich in dieser Zeit das Schicksalsrad.

Unordnung/Ordnung

Die Alten waren davon überzeugt, dass Unordnung und Chaos böse Geister und Wilde anzieht. Diese wiederum waren dafür bekannt, dass sie Krankheit und nicht selten auch Tod mit sich brachten. Aber auch für die Ernte konnte dies Folgen haben, so zumindest meinte man. Daher wurde vor Beginn der Rauhnächte Ordnung geschaffen und aufgeräumt. Damit sollten die bösen Geister von einem Besuch abgehalten werden.

Türen leise schließen

Ich erinnere mich noch gut daran, auch mein Vater hat um die Zeit der Heiligen Nacht immer gesagt, schließt die Türen leise! So war man früher davon überzeugt, wenn man die Türen in dieser Zeit „knallen“ läßt, dass dies im neuen Jahr Unfrieden bringen wird. Vielleicht kann man auch das Weihnachtslied „Stille Nacht“ in einem Zusammenhang damit sehen.

Keine Betten und Wäsche im Freien lüften

Zur Zeit der Rauhnächte sollte man – den Überlieferungen nach – auch keine Betten und Wäsche im Freien lüften. Die Wilden und bösen Geister können sich in dieser verfangen und bringen so für das kommende Jahr Krankheiten mit sich. Früher, so mein Vater, hat man während der Rauhnächte ohnehin keine Wäsche gewaschen („Alle Räder sollen stillstehen“).

Geliehenes soll wieder an Ort und Stelle sein

Wer sich etwas im Jahr ausgeliehen hat, der sollte es spätestens in den Rauhnächten wieder zurückgeben und auch Geliehenes sollte man dann wieder erhalten, denn ansonsten – so ging man davon aus – war im kommenden Jahr mit Krankheit und Energieverlust zu rechnen. Von der üblen Nachrede soll hier gar nicht erst gesprochen werden.

Spielverbot

In den Rauhnächten durfte man nicht um Geld spielen. Wie mein Vater erzählte, haben sich im Zillertal auch die härtesten Männer daran gehalten. Denn wer in diesen Tagen Spiele um Geld machte, wurde von bösen Geistern heimgesucht, die sogar dazu führen konnten, dass einem der Verstand geraubt wurde.

Kinder der Rauhnächte

Kinder, die an Samstagen und Sonntagen während der Rauhnächte geboren wurden, sagte man magische und hellseherische Kräfte nach. Vor allem aber sollten sie Glück und Geldsegen bringen.

Keine Nägel und Haare schneiden

In der Zeit der Rauhnächte durfte man sich keine Nägel und Haare schneiden. Wer dies dennoch tat, sollte im kommenden Jahr von Unglück heimgesucht werden.

Fehlende Knöpfe

Fehlende Knöpfe wurden mit einem bevorstehenden Geldverlust in Verbindung gebracht. Daher trachtete man danach vor den Weihnachtsfeiertagen fehlende Knöpfe wieder anzubringen.

Heilkräuter

Heilkräutern wurden in der Zeit der Rauhnächte besondere Kräfte nachgesagt und wurden daher vermehrt eingesetzt.

Tod in den Rauhnächten

Starb in den Rauhnächten ein naher Angehöriger, so ging man davon aus, dass im kommenden Jahr mit 12 weiteren Sterbefällen zu rechnen sei.

Besen binden

Die Alten haben in der Zeit der Rauhnächte Besen gebunden, da sie davon ausgingen, dass man mit diesen Besen Krankheitsdämonen und böse Geister aus dem Haus fegen konnte.

Weitere Mythen

  • Eisblumen an den Fenstern nahm man als Zeichen für ein ertragreiches Jahr
  • Das Wetter in den Rauhnächten wurde intensiv beobachtet und die Wetterlage für das kommende Jahr abgeleitet
  • Träume hatten eine besondere Bedeutung (siehe bisherige Beiträge von mir)

 

Rauhnächte – Aberglaube und Volksmund weiterlesen

Rauhnächte – Tag/Nacht der unschuldigen Kinder (28.12.)

Brauchtum

Am Tag der unschuldigen Kinder (28.12.) wurde in früheren Jahren in Klosterschulen der Jüngste für einen Tag auf den Stuhl des Abtes gesetzt. Im Mittelalter wurde dieser Brauch auf den Nikolaustag verlegt.

Das Fest ist kirchlich fest verankert und geht auf das Matthäus Evangelium zurück. Darin erzählt er vom Kindermord in Betlehem (Mt 2, 16-18) und sieht darin das Prophetenwort Jeremia 31,15 erfüllt. Der Gedenktag ist seit dem 5. Jahrhundert verankert und ein Begleitfest des Weihnachtsfestes.

Träume in den Rauhnächten

Träume haben – wie bereits im letzten Artikel ausgeführt – seit jeher in Bezug auf die Rauhnächte eine große Bedeutung. Kein Wunder, denn auch der Traum von Josef lässt ihn zum Retter seiner Familie werden. Nur dank dieses Traumes kann er der Grausamkeit des Königs entgehen und entkommt so mit Maria und Jesus dem Kindesmord.

Rituale

Das Fest wurde oft auch mit einem „Narrenfest“ verbunden und erfreute sich größter Beliebtheit und dies obwohl immer wieder von Seite der Kirche versucht wurde, das „Narrenspiel“ an diesem kirchlichen Feiertag zu unterbinden.

Erst im 18. Jahrhundert konnte mit der Reformation dieser Brauch abgeschafft werden.

In einigen Bergdörfern/-tälern hat sich der Brauch bis heute gehalten. An manchen Orten dürfen an diesem Tag Kinder mit Ruten Erwachsenen Glück für das neue Jahr anwünschen. Die Schläge werden nicht selten mit Gedichten begleitet. Die Kinder, die das Glück anwünschen erhalten dafür Geld oder etwas zu Essen.

In Bayern ist der Brauch bekannt unter „Fetzeln“. Auch in Kärntner ist der Brauch tief verwurzelt.

Früher wurde das Fest der unschuldigen Kinder auch dazu benützt, Dinge, die in den vorangegangenen Rauhnächten nicht so gut funktioniert haben, zu bereinigen. Dabei wurden die negativen Ereignisse der letzten Nächte in Erinnerung gerufen und in der violetten Flamme aufgelöst. Die neuen Visionen wurden anschließend mit weißem Licht gesegnet und solange an ihr festgehalten, bis sie immer mehr Kraft bekam.

 

Veranstaltungen zur Wintersonnenwende

Wintersonnenwende am Teufelstein

Ab 6 Uhr morgens Aufstieg vom Zellerkreuz durch (hoffentlich) verschneite Landschaft in einer Gehzeit von ca einer Stunde bis wir um ca 7.30 Uhr die ersten Sonnenstrahlen am Gipfel des Teufelsteins erblicken. Für ein Wintersonnwendfrühstück sorgt der Tourismus Fischbach.

Ortsangaben

Zellerkreuz – Teufelstein – Alpengasthof Schanz
Fischbach

Kontakt

Telefon: +43 (0)664/5255727
E-Mail: tourismus@fischbach.steiermark.at

Termine

So, 22.12.2013

Wintersonnenwende in Arnsdorf

Der Musikverein Arnsdorf feiert die Wintersonnenwende mit Speis und Trank und musikalischer Unterhaltung.

Termin Sa, 21.12.2013
Zeit 17:00 Uhr
Ort Donaulände Hofarnsdorf
Hofarnsdorf
3621 Mitterarnsdorf

Winter Sonnenwende am Zellersee/Grossglockner

21.12.2013

In der Nacht vom 21. auf den 22. Dezember ist die längste Nacht des Jahres und die Sonne hat den niedrigsten Stand am Himmel.
Die Wintersonnenwende wurde schon immer von vielen Kulturen gefeiert.
Man feiert den Tod des alten Jahres und die Geburt des neuen Jahres. Nach dem kürzesten Tag des Jahres nimmt die Kraft der Sonne wieder zu und die Tage werden länger.

Kontaktinformationen

Weiterführende Informationen:
http://www.grossglockner-zellersee.info/de/winter/events/winter-son…

Winter Sonnenwende in Wilhelmsburg

Ort Rudolfshöhe
3150 Wilhelmsburg21.12.2013
Web www.naturfreunde-wilhelmsburg.at
Ort Wilhelmsburg und Umgebung
Veranstalter Naturfreunde Wilhelmsburg-Göblasbruck

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