Archiv der Kategorie: Fersental

Monte Slimber (2.204m) – Bilderbuch im Fersental

Das Fersental (Val Fersina) ist eine sogenannte „Sprachinsel“ der Zimbern in Oberitalien. Das schöne, ursprüngliche Tal liegt in der Region Trentino-Südtirol und ist nicht nur sprachlich und landschaftlich betrachtet eine Besonderheit. Im Fersental wird fersentalerisch gesprochen – auch heute noch. Zwar nur von rund tausend Menschen, aber immerhin. Das Tal selbst gehörte während des Ersten Weltkrieges noch zu Österreich-Ungarn, wurde aber nach dem Ersten Weltkrieg zusammen mit Welschtirol den Italienern zugesprochen.

Ausgangspunkt – Palù del Fersina

 

Ausgangspunkt für diese herrliche Wanderung ist der Hauptort am Ende des Fersentales, Palù del Fersina. Ein kleiner, ursprünglicher Ort, der in der Tat aufgrund der alten Gehöfte eine wahre Augenweide ist. Die Gegend hier entspricht dem üblichen Bild der Gebirgslandschaften im Südtirol. Vegetation und Farben sind ident. Die Gipfel und Felsmassive erinnern an die Dolomiten. Kein Wunder sind sie doch so weit nicht entfernt.

Über das Val Tasàineri steigt man durch einen herrlichen Waldweg auf zum Maso Auzertol. Südlich liegt der Monte Stanga und nördlich liegt der Monte Conca. Steht geht es bergauf, bis man den Passo di Palù di Calamento erreicht hat. Am Passo treffen viele herrliche Wanderrouten aufeinander und so trifft man hier nicht selten den einen oder anderen Wandersfreund.

Hier hält man sich südlich in Richtung Rifugio Sette Selle – immer mit Blick auf das Hauptziel den Monte Slimber, der linker Hand oder östlich von uns liegt.

Monte Slimber – Aussichtskanzel mit herrlichem Blick

 

Der Monte Slimber ist von hier rasch erreicht und eröffnet einen beeindruckenden Blick über die umliegende Bergwelt. Der Blick reicht bis in die Dolomiten und man kann von hier aus den einen oder anderen beeindruckenden und bekannten Dolomitengipfel erspähen. Vis-à-vis liegt die Sette Selle und ihr Felsmassiv. Ein wirklich herrlicher Anblick.

Über den Grat geht es über steiniges Gelände weiter unterhalb des Cima Cagnon vorbei. Die Landschaft hier wird immer karger und geht erst wieder ab dem Sattel in Grün über. Oberhalb des Lago d’Ezze und direkt unter der Felswand geht es retour in Richtung Cima di Sette Selle. Spätestens hier hat man den Eindruck in den Dolomiten zu wandern.

Der Sattel unterhalb der Cima di Sette Selle ist bald erreicht. Wer noch Kraft, Ausdauer und Lust auf einen wirklich beeindruckenden Gipfel hat, der nimmt den Gipfel der Sette Selle mit. Mit leichter Kraxelei, die hier wirklich Spaß macht, kann man hier einen wirklich schönen Gipfel erklimmen. Alle anderen steigen ab in Richtung Rifugio Sette Selle. Erst kurz vor der schönen, idyllisch gelegenen Hütte erreichen wir wieder die Waldgrenze. Die Hütte liegt dem Monte Slimber zu Füßen. Eingebettet in eine wahrhaft beeindruckende Natur.

Hier sollten sie unbedingt einen Einkehrschwung machen – denn Lorenzo und Monika wissen ihre Gäste zu verzaubern! Eine der wohl angenehmsten und schönsten Berghütten in den Alpen. Soll heißen, wer hier nicht zu kehrt, der ist selbst schuld.

Ab der Hütte geht es durch den schönen Bosco Laner retour nach Palù. Immer wieder wird man von herrlichen Blicken ins Tal überwältigt. Rauschende Bergbäche und eine bunte Artenvielfalt runden das Bild ab. Einfach nur schön.

Eine der wohl schönsten Touren im schönen Trentino. Eine Tour für Genießer und solche, die dem Zauber der Südtiroler Alpen nicht wiederstehen können.

Daten :

  • Wegstrecke: 8,7km
  • Dauer: 4 – 5 Stunden
  • Höhenmeter: 994m
  • Höchster Punkt: 2.204m
  • Parkmöglichkeit: Palu del Fersina
  • Einkehrmöglichkeiten: Rifugio Sette Selle

höhenprofil

monte slimber

 

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Sette Selle (2.328m) und Sasso Rotto (2.305) – herrliche Gipfel im Trentino

Gestärkt nach einem wunderbaren Frühstück bei Monica und Lorenzo im Rif. Sette Selle geht es Richtung „Hausberg“ des Rifugios. Die Sette Selle thront über das Rifugio und beeindruckt mit schönster Felsenpracht. Lorenzo selbst liebt diesen Berg, da es für ihn noch ein richtiger Berg ist, da es nicht durch ein Gipfelkreuz entstellt wird.


Der Aufstieg führt über schöne alpine Wege hoch bis zum Sattel. Ab hier geht es mit leichter, wunderschöner und abwechslungsreicher Kletterei Richtung Gipfel der Sette Selle. Der Aufstieg ist leicht, erfordert aber Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Sicherung gibt es keine, ist aber auch nicht notwendig. Der Blick hinunter ins Fersental ist beeindruckend und unser Rifugio liegt wunderschön vor uns. Einfach traumhaft. Auf dem Gipfel der Sette Selle hat man einen wunderschönen Rundblick. Der Aufstieg hat sich gelohnt. Von hier aus sieht man auch hungrig auf unser nächstes Ziel den Sasso Rotto. Der Blick hinunter zum Lago d’Ezze ist landschaftlich kaum zu übertreffen.

Über den südlichen Grat geht es hinunter zum Sattel, der Sette Selle und Sasso Rotto trennt. Ab dem Sattel ändert sich unser Weg deutlich, keine Kletterei mehr, keine alpinen Wege mehr. Es geht über „gesprengte“ Steinplatten hoch zum Gipfel der Sasso Rotto. Immer wieder muss man nach dem Weg suchen, wir orientieren uns immer wieder am Gipfelkreuz der Spitze. Auf dem Weg hoch zum Gipfel heißt es immer wieder höchste „Konzentration“, da es schöne Spalten gibt, die zumindest für unangenehme Verletzung gut genug wären.

Der Gipfel des Sasso Rotto präsentiert sich, wie auch der Weg hoch zum Gipfel, ganz anders, als die Sette Selle. Ein roter Tiroler Adler überrascht uns nebst dem Gipfelkreuz. Es ist dies, so Lorenzo, die ehemalige Grenze Österreich/Italien. Ich fühle mich sofort heimisch :).

Der Abstieg erfordert etwas Trittsicherheit, da es über große Steinplatten, Schiefer und Schotter steil nach unten geht.

Die einstigen Gebirgsposten der Truppen aus dem Weltkrieg laden zum staunen ein. Der Aufwand, der für diese Befestigungsanlagen betrieben wurde, war einfach gigantisch und beeindruckend. Von hier aus steige ich ab zum wunderschönen Lago d’Ezze, der zu einer Pause einlädt.

Auf dem Rückweg habe ich leider die Markierungen nicht gefunden, die mich nebst die Sette Selle auf den Sattel hätten führen sollen, daher machte ich einen kleinen Umweg nebst die Cima Cagnon. Hätte ich noch etwas mehr Lust und Laune gehabt, hätte dieser Gipfel sehr einladend ausgesehen. Die aufziehenden dunklen Wolken haben mich aber Richtung Monte Slimber und in die nähe meines Rifugios getrieben.

Eine wunderschöne, sehr abwechslungsreiche und landschaftlich beeindruckende Tour! Wir kommen wieder und das vor allem auch wegen Lorenzo und Monica, dem Wirtepaar, auf dem Rifugio.

 
Wegstrecke: 7,6km
Höhenmeter: 797m
Einkehrmöglichkeiten: Rif. Sette Selle
Auf dem Gipfel der Sette Selle
Sasso Rotto
Blick von der Sette Selle auf das Rif. Sette Selle

Monte Croce (2.490m) – ein Traum im Trentino

Rif. Sette Selle

Die Tour beginnt im wunderschönen und vermutlich einem der „heimeligsten“ Rifugios, der Rif. Sette Selle. Das Rifugio wird von Monica und Lorenzo mit viel Liebe und Leidenschaft betrieben. Die Küche von Lorenzo ist schlechthin ein Traum. Die Lage der Hütte idyllisch und lädt zum Träumen ein! Eine Übernachtung sollte man hier unbedingt einplanen, wer das nicht kann, der sollte zumindest eine von Lorenzos Spezialitäten versucht haben.

Die Hütte selbst zu erreichen ist bereits eine traumhaft schöne Wanderung. Sie führt bis knapp zu den Füßen des wunderschönen Gipfels der Sette Selle (eine wirklich schöne Tour die Ersteigung dieses Gipfels, dazu ein andermal mehr). Der Weg schlängelt sich durch den Wald hoch und erst nach der letzten Windung des Weges kann man das Dächlein des wunderschönen Rifugios erkennen. Das Strahlen von Monica und Lorenzo lädt zum Verweilen ein. In der Ruhe liegt die Kraft … darum …

Die Tour auf den Monte Croce haben Monica und Lorenzo empfohlen. Für geübte Berggeister wie die Beiden kein Problem, für den weniger geübten jedoch eine konditionelle Herausforderung! Der Weg führt vom Rifugio hoch zum Pass, der unmittelbar neben dem Monte Slimber liegt. Von hier aus haben wir einen wunderschönen Blick auf das Rifugio, sowie auf das wunderschöne Tal, das vor dem Rifugio liegt. Anschließend halten wir uns Richtung Monte Conca. Aufgrund des vielen Auf- und Ab’s haben wir auf den Aufstieg verzichtet. Die Tour hat ja ohnedies Höhenmeter genug. Und wir haben auf Genuß gesetzt.

Der Weg zum Monte Croce führt uns durch die landschaftlichen Schönheiten des letzten „Zipfels“ des Fersentales. Auch geschichtlich interessierte Wanderer kommen auf ihre Kosten, denn die „Bergbunker“ des Weltkrieges sind noch zu bestaunen und liegen auf unserem Weg zum Monte Croce.

Der letzte Anstieg auf den Monte Croce hat es in sich! Aber der Aufstieg lohnt sich, denn man hat von hier aus einen gigantischen Blick über das Trentino und das südliche Südtirol! Beeindruckend diese landschaftliche Schönheit! 


Wegstrecke: 19km
Höhenmeter: 1.826m
Einkehrmöglichkeiten: Rif. Sette Selle