Archiv der Kategorie: Arlberg

Manchmal muss man die üblichen Wege verlassen – Flexenspitze

Die Flexenspitze liegt im Herzen des Lechquellengebirges und gehört zu den markanten Gipfeln, die sich um die höchste Erhebung, die Große Wildgrubenspitze, angesammelt haben. Die Gipfel dort sind einsam und bieten alles, was das Bergfexen-Herz begehrt. Aber sie fordern, was aber auch schön ist. Die heutige Tour auf die Flexenspitze, die eigentlich bis zur Grätligratspitze hätte führen sollen, hatte es in sich und so dann und wann musste ich die üblichen Wege verlassen. Aber auch das muss dann und wann einmal sein, wenn man etwas anderes in seinem Leben erleben möchte. In den Bergen nicht immer ganz ungefährlich, zugegeben, aber heute hat es sich mehr als nur gelohnt.

Ausgangspunkt

Ausgangspunkt für diese Tour ist der Wanderparkplatz auf dem Flexenpass. Wer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, der findet hier auch eine Haltestelle vor. Was durchaus seinen Reiz hat, da man in diesem Fall nicht auf dem gleichen Wege absteigen muss, sondern die schönere Variante über den Alpsee nach Lech wählen kann. Was mehr als nur lohnend ist!

Auf Wegen ohne Markierung

Gleich vorab: die Tour auf die Flexenspitze erfordert zum einen Orientierungssinn, da es keine Markierungen außer den „Steinmandl“ gibt und zum anderen absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Wer zudem das Absteigen über losen Schotter nicht mag, der sollte die Tour sofort wieder aus dem Programm streichen! Gerade der Gipfelauf-/abstieg auf die Flexenspitze erfordern zu dem Erfahrung in leichter Kletterei.

Das erklärte Ziel heute ist die Grätligratspitze, die sich hinter der Flexenspitze versteckt. Mein Fuß, der eigentlich nur die Berge gewöhnt ist, ist noch lädiert vom Fußball-Spielen. Aber bei diesem Wetter muss es einfach klappen.

Gebirgsbach auf dem Weg zum Grubenjoch
Flexenbach auf dem Weg zum Grubenjoch

Über die Wiesen, entlang dem rauschenden Gebirgsbach (Flexenbach) steige ich früh morgens (halb sechs Uhr) auf. Als ich auf das Grubenjoch blicken kann, macht sich Enttäuschung breit, denn hier liegen noch mächtige Alt Schneefelder. Vielleicht sollte ich doch besser auf die Große Wildgrubenspitze aufsteigen? Als ich beim Ursprung des Flexenbaches von einem ersten Schneefeld aus in Richtung Grubenjoch blicke und anschließend die mächtige Flexenspitze vor mir sehe, weiß ich, dass ich es probieren muss. Vielleicht mit einer etwas anderen Variante? Noch habe ich großen Respekt vor den Schneefeldern, aber da sich dort auch das Steinwild „tummelt“ ist es vielleicht nicht ganz so schlimm. Ich steige am rechten Rand des Schneefeldes unterhalb der Kleinen Grubenjochspitze auf. Und das macht sogar richtig Spaß, denn immer wieder heißt es etwas mit den Händen zupacken. Ja, so mag ich es. Ab und dann muss man die üblichen Wege einfach verlassen, wie es scheint. Aber Achtung: Ungeübte sollten das im freien Gelände tunlichst unterlassen!

Herrliche Morgenstimmung in den Bergen
Herrliche Morgenstimmung in den Bergen

Direkt unter der Kletterwand zum Grubenjoch komme ich heraus. Heute wähle ich die Umgehung, da selbst in dieser senkrechten Wand noch Schneewehen hängen, das ist mir dann doch etwas zu „haarig“. Auf dem Grubenjoch lacht mir die Morgensonne ins Gesicht und bereits hier erschließt sich ein herrliches Panorama auf meine Lieblinge im Lechquellengebirge. Die Wasenspitze ist noch ummantelt von mächtigen Schneefeldern, aber alle anderen Gipfel sind frei von Schnee und warten auf Besuch.

Herrliche Kletterei auf das Grubenjoch
Herrliche Kletterei auf das Grubenjoch

Nach einer kurzen Genuss-Pause an der Sonne geht es weiter in Richtung Flexenspitze. Achtung: hier nicht über den verlockenden Grat ab dem Grubenjoch aufsteigen, sondern die Flexenspitze westlich umgehen. Der Einstieg zum Gipfelsturm ist mit einem „Steinmandl“ versehen, was allerdings etwas gesucht werden will. Von hier aus geht es nun stark ansteigend, über losen Schotter hoch zur südlichen Flanke. Immer wieder auf die einzelnen, wenigen „Steinmandl“ achten. Diese erleichtern die Orientierung. Die südliche Flanke erreicht, geht es auf der östlichen Seite senkrecht bergab, daher gilt es hier die Schritte vorsichtig zu setzen, denn der Grat für den Aufstieg ist schmal und die Felsen hier werden immer loser (zumindest ist das mein Eindruck). Vielleicht haben die Klimaforscher doch Recht …

Morgenstimmung auf dem Grubenjoch
Morgenstimmung auf dem Grubenjoch

Immer wieder muss man Hand anlegen und mit leichter Kletterei kleine Felsen überqueren. Das macht Spaß und erleichtert mir zumindest den Aufstieg. Der Gipfel ist bald erreicht und belohnt mit einem fabelhaften Gipfelpanorama. Eine erste Pause ist mehr als verdient. Schade, dass heute der Himmel etwas trüb ist und dadurch die Fernsicht etwas eingeschränkt ist. Aber selbst ohne die ansonsten grandiose Fernsicht, befindet man sich auf einem wahrhaft herrlichen Gipfel. Leider spüre ich meine Mittelfußverletzung mehr, als mir lieb ist. Nichts desto trotz wandere ich dem Grat entlang in Richtung Grätligratspitze. Da der Schmerz immer stärker wird, entschließe ich mich aber vor dem finalen Anstieg auf den Gipfelsturm zu verzichten, denn immerhin möchte ich ja auch wieder ins Tal kommen und dafür brauche ich auf diesem unwegigen Gelände heute beide Füße.

Auf dem Gipfel der Flexenspitze
Auf dem Gipfel der Flexenspitze

Der Abstieg von der Flexenspitze über das lose Gestein ist mit meinem Bein heute sehr mühsam und erfordert sehr viel Feingefühl. Und so versuche ich das Bein so gut wie möglich zu schonen, was bei diesem Gelände nicht einfach ist. Auf jeden Fall bin ich froh, als ich wieder auf dem Grubenjoch stehe.

Die schöne Grubenjochspitze
Die schöne Grubenjochspitze

Um schneller talwärts zu kommen, entscheide ich mich für die Abfahrt mit den Bergschuhen über das vor mir liegende Schneefeld. Achtung: auch das ist absolut nicht empfehlenswert, wenn man sich mit Alt Schneefeldern nicht auskennt! Eine tolle Entscheidung, denn auf den Schuhen geht es wie auf Skiern zur Sache und so überwinde ich eine ansonsten von Schotter geprägte Strecke in nur 10 Minuten, für die man ansonsten gut und gerne 30-40 Minuten benötigt. Den Spaß, den ich dabei hatte, ließ jeden Schmerz im Bein vergessen! Einfach ein Traum.

Alt Schneefeld - rasante Abfahrt
Alt Schneefeld – rasante Abfahrt

Eine herrliche Tour, die nicht jedermanns Sache ist, aber für einsame Gebirgsjäger vielleicht zu den schönsten gehört.

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Details

Wegstrecke 6,5km
Gehzeit 4 ½ – 5 ½ Stunden
Höhenmeter 942m
Höchster Punkt 2.627m Flexenspitze
Einkehrmöglichkeiten Auf dem Weg keine – auf dem Flexenpass bzw. in Zürs J
Parkmöglichkeiten Wanderparkplatz Flexenpass

Weitere Bilder zur Tour

Gibt es auf Facebook.

Karte und Höhenprofil

karte - flexenspitze
Quelle: outdooractive.com
flexenspitze - höhenprofil
Quelle: Outdooractive.com

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Mancher Irrweg ist ein Glücksfall

Vielleicht war es der Frust über das schlechte Wetter und die „geplatzte“ Trekking-Tour im Südtirol, die mich heute nochmals einen Versuch im Gebirge unternehmen ließ und das abseits der üblichen Wege auf meine Gipfel. Etwas, das man, zugegeben, eigentlich nicht machen sollte. Aber in diesem Fall war es lohnend, vielleicht aber auch ein Glücksfall.

Ausgangspunkt

Ausgangspunkt für die Tour auf die Maroispitze und den Knödelkopf ist der Wanderparkplatz auf der Alpe Rauz (kurz vor dem Arlbergpass). Die Alpe Rauz kann auch sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden. Wer sich einige Höhenmeter ersparen möchte, aber auf das Gipfelglück nicht verzichten möchte, der kann von Stuben aus mit der Sesselbahn bis zum Albonagrat hochfahren. Für mich ist das nichts J

Auf Wegen ohne Markierung

Bei der Alpe Rauz wechselt man die Straßenseite und steigt auf noch markierten Wegen über die Stubigeralpe hoch bis zur Mittelstation der Sesselbahn. Wer lieber auf markierten und gut befestigten Wegen wandert, der bleibt hier auf dem Paul-Bantlin Weg. Alle anderen folgen meinen Spuren, die auf nicht beziehungsweise nur sehr selten markierten Wegen entlang der Sesselbahn und den Pisten des Winters hochführen. Ich habe mich für diese Variante entschieden, da sie ruhiger, einsamer und für meinen Geschmack auch schöner ist. Man durchwandert hier schöne Hochmoore, quert wilde Bergbäche und hat einen herrlichen Wasserfall vor der Nase. Aber man erreicht auf diesem Wege vor allem die schönen Maroiseen.

Gebirgsbach
Gebirgsbach

Ab der Halbstation wird der Weg immer alpiner und führt steil bergwärts. Die Spuren des Winters sind noch zu sehen. Immer wieder quert man Alt-Schneefelder und die Natur kämpft sich erst langsam durch die einst dicke Schneedecke und doch blühen hier und da schöne Alpenrosen in voller Pracht. Aufgrund des regnerischen Wetters der letzten Tage rauschen die ansonsten sehr mageren Gebirgsbäche mit voller Kraft ins Tal und der ansonsten kleine Wasserfall zeigt sich heute in voller Pracht.

Kurz vor der Bergstation der Albonabahn erreicht man die herrlich gelegenen, dunkel farbenen Maroiseen. Ein Plätzchen, das für eine erste Pause einlädt und zum Träumen verleitet.

Morgenerwachen am Arlberg

Unterhalb der Bergstation geht es nun auf schönen Wanderwegen hoch in Richtung Maroijöchle (2.380m). Der Blick auf das Klostertal und das Lechquellengebirge ist von hieraus besonders beeindruckend. Wer möchte, kann auf dem Maroijöchle die Route verkürzen und über die Kaltenberghütte (geöffnet ab Ende Juni) wieder absteigen nach Stuben oder zur Alpe Rauz. Für mich ist das nichts und daher geht es von hier aus hoch zur Maroispitze (2.548m). Die Wolken verdichten sich bereits und der Wind braust kalt und eisig um meine Ohren. Daher verzichte ich hier auf eine Pause und steige wieder ab zur Bergstation um von hier aus auf dem westlichen Rücken des Knödelkopf aufzusteigen.

Maroisee
Maroisee

Der Knödelkopf ist zwar ein unscheinbarer Gipfel, aber bietet einen herrlichen Blick auf das Lechquellengebirge, den Verwall und das Klostertal. Für mich also immer ein lohnendes Ziel. Auch hier ist es eisig, aber eine Pause ist mehr als verdient und immerhin soll man ja die Berge genießen und auf einem derart einsamen Gipfel fällt mir das besonders leicht. Und als halber Tiroler fühlt man sich hier besonders wohl, denn auf dem Gipfel des Knödelkopfs kann man zwischen Vorarlberg und Tirol wandern 😉

Blick ins Lechquellengebirge
Blick ins Lechquellengebirge

Der Abstieg erfolgt wie der Aufstieg. Wer gerne Abwechslung hat, der kann auch über den wunderschönen Berggeistweg nach St. Christoph am Arlberg absteigen und von dort entweder zu Fuß oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Alpe Rauz fahren.

Details

Wegstrecke 14,6km
Gehzeit 4 ½ – 5 ½ Stunden
Höhenmeter 1.109m
Höchster Punkt 2.522m Marospitze
Einkehrmöglichkeiten Auf dem Weg keine – in Stuben J
Parkmöglichkeiten Wanderparkplatz Alpe Rauz

Weitere Bilder zur Tour

Gibt es auf Facebook.

Karte und Höhenprofil

Maroispitze
Quelle: outdooractive.com

knödelkopf höhenprofil

„Es ist nicht leicht,

Glück in sich selbst zu finden,

aber unmöglich,

es anderswo zu finden.“

Agnes Repplier

 

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Flexenspitze (2.627m) – markant, karg, aber schön …

Die Flexenspitze liegt im Lechquellengebirge und da ich heute nur am Vormittag Zeit für einen Gipfelsturm hatte, durfte die markante Flexenspitze herhalten. Damit schließen sich langsam meine Lücken im Lechquellengebirge. Viele Nachbarn habe ich bereits besucht: Große Wildgrubenspitze, Grubenjochspitze, Erzbergkopf, Schwarzer Turm und die Hasenfluh.

Ausgangspunkt

 

Ausgangspunkt für diese Tour ist der Wanderparkplatz auf dem Flexenpass. Ein Parkplatz, der mich zuletzt nicht selten begrüßen durfte. Nicht ohne Grund, denn immerhin gibt es hier einige Gipfel zu erklimmen.

Aufstieg entlang dem Flexenbach

 

Vom Flexenpass aus läuft man entweder über Almwiesen oder direkt auf dem Güterweg entlang dem Flexenbach in Richtung Grubenjochspitze und Flexenspitze. Beeindruckend, beinahe Angst einflößend posieren die Gipfel des hinteren Lechquellengebirges hier vor dem Wanderer. Rechter Hand befindet sich die Hintere und Vordere Hasenfluh. Im Rücken liegt der Trittkopf und die Valluga.

Beim Ursprung des Flexenbaches in der steinernen Hochebene teilt sich der Weg. Wer weiter nördlich wandert, der erreicht den Muggengrat und kann von hier die Große Wildgrubenspitze erreichen. Wer in Richtung Süden wandert, der erreicht den Erzbergkopf und den Schwarzen Turm. Für diese Tour gilt es sich jedoch westwärts zu halten. Ein Blick hoch zum Grubenjoch zeigt, wohin der Weg führt. Steil bergwärts über Schotter, Kies und Stein. Gamsen und andere Einheimische fühlen sich hier wohl, aber gerade dieses Teil des Weges ist mit Sicherheit nicht jedermanns Sache, denn es geht steil zur Sache und Weg oder Markierung gibt es ebenfalls nicht. So heißt es mit Steinen und Orientierung zu kämpfen. Aber eines gleich vorab, es lohnt sich mehr als.

Kurz vor dem Grubenjoch heißt es eine herrliche Steinwand, die mit Rillen durchzogen ist, zu überwinden. Das macht Spaß und ist etwas anderes. Wer dem Aufstieg über die Wand nicht traut, der kann rechter Hand (unterhalb des Sendemastes) über moosige Felsen aufsteigen. Das ist nicht schwer, aber Hand anlegen ist angesagt.

Auf dem Grubenjoch hält man sich rechts und läuft unterhalb der Flexenspitze einen kaum erkennbaren Pfad bis unter die westliche Flanke der Flexenspitze. Einzelne „Steinmandl“, die aber nicht gut zu sehen sind, weißen den Pfad hoch zur Spitze. Von hier aus steigt man bei leichter Kletterei leicht südlich orientiert auf, bis man die südwestliche Flanke der Flexenspitze erreicht. Ab hier kann man dem Grat/der Flanke entlang aufsteigen. Auch hier ist leichte Kletterei angesagt, aber wer etwas geübt ist, für den stellt der Aufstieg kein Problem dar. Allerdings sind Schwindelfreiheit und Trittsicherheit natürlich Voraussetzung. Angesichts des losen Gesteins, das sich hier tummelt und der vielen einheimischen Bewohner (Wild) ist zudem ein Helm empfehlenswert.

Den Gipfel hat man bald erreicht. Die Flexenspitze bietet – wie beinahe alle Gipfel hier – ein wunderschönes Panorama. Allerdings schaut die Grätlisgratspitze, die von hier aus scheinbar zum Greifen nahe ist, sehr verlockend aus. Über den Grat kann diese von hier aus erreicht werden. Heute reicht leider meine Zeit nicht und so heißt es die Flexenspitze in vollen Zügen genießen. Auch nicht schlecht.

Der Abstieg erfolgt über die gleiche Route. Ein sehr lohnender Gipfel, der ein schönes Panorama bietet und mit leichter Kletterei Lust auf mehr macht.

 

Wegstrecke 6,1km
Gehzeit 3 ½ – 4 ½ Stunden
Höhenmeter 959m
Höchster Punkt 2.627m (Flexenspitze)
Einkehrmöglichkeiten Zürs, unterwegs keine
Parkmöglichkeiten Wanderparkplatz Flexenpass

 

flexenspitze - höhenprofil

flexenspitze

 

 

 

 

Karte zum Ausdrucken für die Tour als PDF

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Grubenjochspitze (2.659m) – ein Gipfel, der alles hat …

Die Grubenjochspitze liegt im Herzen des Lechquellengebirges. Ihre Nachbarn, die Wasenspitze, die Flexenspitze und die Große Wildgrubenspitze sind mehr als nur bekannt. Sie gehören zu jenen markanten, beeindruckenden Gipfeln, die jedes Alpinisten Herz höher schlagen lassen. Die Grubenjochspitze bietet dem Gipfelstürmer – der doch etwas Mühsal in Kauf nehmen muss – ein wahrlich fürstliches Panorama.

Ausgangspunkt

 

Ausgangspunkt für diese Tour ist der Wanderparkplatz auf dem Flexenpass. Ein Parkplatz, der mich zuletzt nicht selten begrüßen durfte. Nicht ohne Grund, denn immerhin gibt es hier einige Gipfel zu erklimmen.

Aufstieg entlang dem Flexenbach

 

Vom Flexenpass aus läuft man entweder über Almwiesen oder direkt auf dem Güterweg entlang dem Flexenbach in Richtung Grubenjochspitze und Flexenspitze. Beeindruckend, beinahe  Angst einflößend posieren die Gipfel des hinteren Lechquellengebirges hier vor dem Wanderer. Rechter Hand befindet sich die Hintere und Vordere Hasenfluh. Im Rücken liegt der Trittkopf und die Valluga. Ein Panorama der Sonderklasse.

Beim Ursprung des Flexenbaches in der steinernen Hochebene teilt sich der Weg. Wer weiter nördlich wandert, der erreicht den Muggengrat und kann von hier die Große Wildgrubenspitze erreichen. Wer in Richtung Süden wandert, der erreicht den Erzbergkopf und den Schwarzen Turm. Für diese Tour gilt es sich jedoch westwärts zu halten. Ein Blick hoch zum Grubenjoch zeigt, wohin der Weg führt. Steil bergwärts über Schotter, Kies und Stein. Gamsen und andere Einheimische fühlen sich hier wohl, aber gerade dieses Teil des Weges ist mit Sicherheit nicht jedermanns Sache, denn es geht steil zur Sache und Weg oder Markierung gibt es ebenfalls nicht. So heißt es mit Steinen und Orientierung zu kämpfen. Aber eines gleich vorab, es lohnt sich mehr als.

Ich halte mich in solchen Hängen immer am äußersten Rand beim Aufstieg, da ich ohne Stöcke wandere und so immer wieder meine Hände zur Unterstützung einsetzen kann. Bereits beim Aufstieg kann man erahnen, welches Panorama sich auf dem Grubenjoch erschließen wird. Ein Traum. Bereits jetzt hat man einen großen Teil des Arlbergs im Visier.

Das letzte Drittel hinauf zum Grubenjoch ist etwas ganz besonderes, denn hier muss – sorry den Ausdruck – eine „Waschbetonplatte“ überwunden werden. Ein echter Spaß sich hier hoch zu kämpfen! Etwas wirklich Einzigartiges. Das Panorama auf dem Grubenjoch ist ein Traum. Alle namhaften Berge liegen hier vor dem Auge des Betrachters.

Jetzt heißt es sich zu entscheiden Flexenspitze oder Grubenjochspitze. Beide Gipfel buhlen um meine Gunst, leider kann es heute nur einer werden und da die Grubenjochspitze etwas markanter und eindrucksvoller wirkt, erhält sie den Vorzug.

Erneut geht es über Schotter, Stein und Felswüste bergwärts. Allerdings fällt hier der Aufstieg leichter, denn im Gegensatz zu vorher, wird hier die Geröllhalde von großen Felsen gut gestützt. Nach weiteren ein hundert Höhenmeter blickt man direkt auf die Wasenspitze. Ein ebenfalls beeindruckender Gipfel, der es in sich hat.

Nun heißt es zum letzten Gipfelsturm ansetzen. Die letzten Höhenmeter hoch zum Gipfel muss man Hand anlegen. Aber es ist Kletterei mit Spaß. Allerdings auch mit dem Bewusstsein, dass hier Fehler zur Mangelware gehören sollten.

Das Panorama auf dem Gipfel ist einzigartig, beeindruckend und atemberaubend. Ich habe Glück, denn heute habe ich zudem klare Sicht. Der Blick reicht von der Silvretta bis ins Brandnertal und ins Tirol. Einzigartig.

Eine wirklich herrliche Tour, die zu meinen absoluten Lieblingstouren zählt – allerdings absolute Schwindelfreiheit und Trittsicherheit erfordert!

 

Wegstrecke 5,5km
Gehzeit 3 ½ – 4 ½ Stunden
Höhenmeter 860m
Höchster Punkt 2.659m (Grubenjochspitze)
Einkehrmöglichkeiten Zürs, unterwegs keine
Parkmöglichkeiten Wanderparkplatz Flexenpass

 

Gipfelpanorama:

Gipfelpanorama – Grubenjochspitze

Grubenjochspitze

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Trittkopf (2.720m) –Wanderung in die Einsamkeit …

Der Trittkopf ist vor allem Wintersportbegeisterten ein Begriff, denn im Winter führt die Trittkopfbahn hoch bis unterhalb des Nördlichen Trittkopf. In den Jahreszeiten außerhalb des Skibetriebes steht die Bahn still und deshalb ist es hier nicht nur etwas ruhig, sondern sehr ruhig. Die Wanderung zum Trittkopf ist zwar nicht unter meinen Top 10, aber sie hat sich zumindest ein paar Besucher verdient.

Ausgangspunkt

 

Der Wanderparkplatz unmittelbar vor Zürs ist der Ausgangspunkt für diese Tour. Eines gleich vorab: der Trittkopf wird nicht ohne Grund wenig begangen, die Wege sind nicht markiert und daher ist Orientierungssinn gefragt. Vom Parkplatz aus läuft man bis kurz vor den Flexenpass auf dem Wanderweg retour. Am besten orientiert man sich nun an der Abfahrtspiste der Trittkopfbahn und steigt nun hoch auf die Trasse der der Abfahrt. Wer keine Probleme mit der Orientierung hat, der geht über die Almwiesen und orientiert sich an der Bergstation der Trittkopfbahn.

Aufstieg ohne echte Highlights

 

Vielleicht hatte ich heute nur Pech und die Flora hatte mit dem schlechten Sommerwetter zu kämpfen. Aber außer Murmeltieren war heute wirklich wenig auszumachen. Ich habe mich dazu entschlossen über die Wiesen aufzusteigen. Das macht mehr Spaß und mir geht es leichter von der Hand. Auf etwa 2000m erreicht man die verfallene Ochsenbodenalpe. Idyllisch liegt sie am Fuß des Trittkopf. Von hier aus geht es weiter Richtung Nord-Osten. Die Bergstation der Trittkopfbahn liegt bereits vor meiner Nase und kann nicht verfehlt werden.

Hinter der Bergstation geht es in Serpentinen hoch zum Nördlichen Trittkopf (2.521m), der statt eines Gipfelkreuzes einen Sendemast innehat. Das ist nicht schön, muss aber wohl sein. Dafür ist die Sicht auf die umliegenden Gipfel des Lechquellengebirges und des Arlbergs atemberaubend. Alles was Rang und Namen hat ist hier vertreten.

Entlang des Kammes geht es nun bis zum letzten Anstieg auf den Trittkopf. Immer wieder muss ich Halt machen und das schöne Panorama bewundern. Darunter viele Gipfel, die zu meinen absoluten Lieblingen gehören. Mittlerweile hat sich die Sonne vom Acker gemacht und es ziehen immer dichtere Wolken auf. Aber so kurz vor dem Ziel macht man nicht schlapp. Die letzten Höhenmeter werden auf Schotter zurückgelegt. Da es steil bergab geht, ist vor allem an nassen Tagen Vorsicht geboten.

Rasch habe ich den Gipfel des Trittkopf erreicht – noch bevor die Wolken das Panorama komplett verschleiern können. Auch wenn der Blick nicht wirklich weit reicht, kann man sich ausmalen, welches Panorama sich hier einem an einem schönen Tage erschließt.

Eigentlich hätte ich östlich absteigen wollen und die Pazüelfernerspitze noch mitnehmen wollen, ehe ich via Ulmer Hütte in Richtung Flexenpass absteige. Dieses Unterfangen ist mir aber zu „heiß“, denn mittlerweile kann man nicht mehr von Sicht sprechen, sondern das Gegenteil ist der Fall. Und so erfolgt der Abstieg auf der identen Route.

Eine schöne, rassige Tour. Landschaftlich gibt es mit Sicherheit schönere, aber der Gipfel des Trittkopfes hat etwas.

 

Wegstrecke 6,5km
Gehzeit 4-5 Stunden
Höhenmeter 973hm
Höchster Punkt 2.720m (Trittkopf)
Einkehrmöglichkeiten Zürs, unterwegs keine
Parkmöglichkeiten Wanderparkplatz Zürs

 

trittkopf

„Jede starke Empfindung muss

in der Einsamkeit ausreifen.“

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Wenn die Große Wildgrubenspitze Zicken macht…

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Nachdem ich die Große Wildgrubenspitze bereits im Juni aufgrund des unsicheren Wetters durch die Vordere und Hintere Hasenfluh ersetzen musste, habe ich heute erneut einen Versuch gewagt. Bereits am Arlberg lichtet sich der Himmel etwas, immer wieder kämpfen sich Sonnenstrahlen durch, das macht Hoffnung, aber meistens kommt es anders als man denkt.

Ausgangspunkt

 

Da die Wettervorhersagen ab Mittag schlechtes Wetter prognostiziert haben, habe ich mich für den kürzesten Weg in Richtung Große Wildgrubenspitze entschieden. Auf dem Wanderparkplatz unmittelbar vor Zürs wird geparkt und von hier aus als erstes Ziel der Zürsersee ins Auge gefasst. Bereits beim Aufstieg mache ich mir so meine Gedanken, denn immer wieder ziehen dichte Wolken und Nebelfelder auf und wirklich warm ist auch nicht. Letzteres verwundert mich nach diesem Sommer nicht wirklich, aber die Große Wildgrubenspitze kann nicht ausgemacht werden. Ich hoffe darauf, dass es beim Zürser See vielleicht etwas besser aussieht.

Aber auch von hier aus, kann die Große Wildgrubenspitze nicht ausgemacht werden. Ein starker, eisiger Wind bläst mir ins Gesicht. Die Sonne versucht sich zwar immer wieder im Kampf mit den Wolken, aber irgendwie schaut sie chancenlos aus. Leider kann man nicht ausmachen, wie die Schneelage auf der Großen Wildgrubenspitze ist. Weder die steilen Felswände kann man erkennen, noch sonst etwas. Ich betrachte den Himmel und erhoffe, dass ich Chancen für eine Aufhellung erkennen kann, aber über den Zürser See ziehen bereits die nächsten dicken Wolkenschwaden.

Enttäuscht weiß ich was das heißt, wenn ich kein unnötiges Risiko eingehen möchte. Ich muss die Zickerei der Großen Wildgrubenspitze akzeptieren und mir ein anderes Ziel auswählen. Da die Wetterlage immer unsicherer wird, entscheide ich mich für die Hintere und Vordere Hasenfluh. Auch schön, aber natürlich nicht vergleichbar.

Aber spätestens am Gipfel der Vorderen Hasenfluh wird mir klar, dass meine Entscheidung richtig war. Meine Hände sind eingefroren wie im Winter und auch ansonsten bin ich um jedes Kleidungsstück im Rucksack froh und spätestens beim Abstieg bin ich froh um meine innere mahnende Stimme, denn die Wolken werden immer dichter und ab und dann ist die Wegsucherei ein echtes „Katz und Maus“ Spiel. Das hätte es auf der Großen Wildgrubenspitze nicht leiden wollen und so bin ich froh um Zickerei dieses Gipfels.

Tourenbeschreibung

 

Ausführliche Tourenbeschreibung: Vordere und Hintere Hasenfluh

 

„Man muss vom Weg abkommen, um nicht auf der Strecke zu bleiben.“

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Maroiköpfe (2.522m) – eine herrliche Tour im Herzen der Albona

Die Albona und Stuben am Arlberg sind vor allem den Wintersportfreunden ein Begriff. Die Albona und ihre schönen Abfahrten sind vielen ein Begriff und nicht ohne Grund beliebt. Was aber viele unterschätzen, die Region ist auch in den anderen Jahreszeiten mehr als nur einen Besuch wert. Die Kaltenberghütte, die Maroiköpfe thronen hoch über dem Klostertal und belohnen ihre Besucher mit landschaftlicher Schönheit und herrlichen Panoramen.

Ausgangspunkt – Stuben am Arlberg

 

Der kleine, verträumte, aber mehr noch idyllische Ort Stuben am Arlberg ist der Ausgangspunkt für diese schöne Wanderung. Eine Wanderung die, wenn sie mit Kindern unterwegs sind, bis zur Kaltenberghütte führen kann und wieder retour und dennoch sehr reizvoll ist. Für alle anderen bringt diese Tour landschaftliche Schönheit, herrliche Panoramen und einen schönen Gipfel im Gepäck mit sich.

Aufstieg zum Stubener See

 

Entlang der Alfenz geht es von Stuben in Richtung Langen am Arlberg. Ein schöner Güterweg führt entlang diesem schönen rauschenden Bach. Bei der ersten Weggabelung hält man sich links – also bergwärts. Ab hier führt der Weg zwischen Latschenkiefern und anderem alpinen Gestrüpp hinauf in Richtung Albona. Nach einigen schönen Kehren und einer wunderschönen Kiefernlandschaft erreicht man den idyllisch gelegenen Stubener See. Ein See, der in der Tat ein kleines Paradies ist und dunkel die Berglandschaft in sich spiegelt. Ein Ort, der zum Verweilen und Träumen einlädt, wenn man denn nicht noch einiges vor hätte.

Nach dem Stubener See führt der Weg weiter durch Latschenkiefer ehe man auf knapp 1.800 Höhenmeter die Waldgrenze erreicht und auf alpinen Bergwegen wandert. Über karge, aber wunderschöne alpine Wege geht es hoch zur Kaltenberghütte, die hoch über dem Klostertal thront und einen wunderschönen Blick ins Tal offenbart. Hier sollte man einen Einkehrschwung einplanen, denn die Hütte ist mehr als nur ein kleiner Geheimtipp.

Über den Alpenkopf zum Maroiköpfe

 

Hinter der Hütte führt ein Weg hoch zum Maroijöchle. Dieser wird aber für diese Route nicht gewählt. Erst wandert man in Richtung Kaltenberg weiter, ehe man nach wenigen Metern linker Hand in Richtung Alpenkopf, der schon zum Greifen nahe ist, aufsteigt. Beim Aufstieg passiert man einen schönen Gebirgssee, der oberhalb der Kaltenberghütte liegt. Bereits vom Alpenkopf hat man einen schönen Blick ins Tal. Weiter geht es ostwärts zum höchsten Punkt der Tour, dem Maroiköpfe. In herrlicher alpiner Landschaft steigt man auf und erreicht bald den wunderschönen Gipfel. Ein erhabener Blick ins Klostertal und die imposante Gebirgswelt im Rücken machen diesen, an und für sich, leicht zu erreichenden Gipfel zu einem echten Leckerbissen.

Über die östliche Seite steigt man ab, ehe man nordwärts in Richtung Maroijöchle wandert. Von hier aus ist der Albonagrat, die Bergstation der Skilifte im Winter, rasch erreicht. Noch einmal kann man den herrlichen Blick ins Tal, in das Lechquellengebirge und den Verwall im Rücken genießen, ehe man auf einem schmalen, steil abfallenden Gebirgsweg absteigt, in Richtung Stuben.

Der Weg anfänglich über steinige Wege ins Tal hinab, ehe man erneut zwischen Latschenkiefer im Rücken von Stuben einsteigt.

Eine wunderschöne, sehr lohnende Tour, die lediglich Ausdauer erfordert und den Tüchtigen mit eindrucksvoller Landschaft, wunderschönen Talblicken und einer herrlichen Bergwelt belohnt.

 

Wegstrecke 14,3km
Gehzeit 5 ½ – 6 ½ Stunden
Höhenmeter 1.144m
Höchster Punkt 2.522m (Maroiköpfe)
Einkehrmöglichkeiten Stuben am Arlberg, Kaltenberghütte
Parkmöglichkeiten Stuben am Arlberg

 

maroiköpfe - höhenprofil
Quelle: outdooractive.com
Maroiköpfe
Quelle: outdooractive.com

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Maiensee – eine Tour ohne Gipfel, aber eine Tour für die Seele

 

Viele meinen, dass nur eine Wanderung mit einem Gipfelsturm begeistern und verzaubern kann. Dass dem nicht so ist, beweist die Maiensee Runde, die auf einem Teil des Jakobsweges führt und vor allem landschaftlich zu verzaubern weiß. Eine Tour im Herzen des Arlbergs, die schöner und eindrucksvoller nicht sein könnte. Eine Tour, die auch für Kinder bestens geeignet ist!

 

Ausgangspunkt – St. Christoph am Arlberg

St. Christoph am Arlberg ist ein Ort mit Geschichte. Hier befindet man sich in Mitten der Wiege des Skisports. Aber St. Christoph am Arlberg und die Arlbergregion können auch in den anderen Jahreszeiten begeistern. Ausgangspunkt für diese schöne Tour ist der Wanderparkplatz in St. Christoph.

Entlang dem Jakobsweg, der durch St. Christoph am Arlberg durchführt, wandert man hoch in Richtung Maiensee und Maienköpfe (1.905m). Wie bereits eingangs geschrieben kommt diese Tour gut ohne Gipfel aus, wer darauf aber nicht verzichten kann und will, der kann entweder einen Abstecher auf den Maienköpfe oder später dann auf den Wirth machen. Ich bin der Meinung, dass es dies bei dieser Wanderung nicht benötigt, sie ist vielmehr eine Wanderung für die Seele.

Anfänglich läuft man auf einem Güterweg hoch, der später in einen wunderschönen alpinen Wanderweg übergeht und direkt zum wunderschönen Maiensee führt. Ein herrlich gelegener See, der zum Träumen und Verweilen einlädt. Landschaftlich wunderschön im Hochgebirge gelegen und doch sanft eingebettet in die schöne Natur hier am Arlberg.

Entlang dem Jakobsweg geht es nun talwärts. Lichter Wald und ein schöner Waldweg sind die Begleiter durch das Latschenkiefer und die anderen alpinen Pflanzen. Nachdem man etwa 400 Höhenmeter abgegeben hat, quert man die Arlbergpassstraße und wechselt die Talseite. Erneut geht es durch schönen Wald, nun jedoch wieder leicht steigend, etwas bergwärts. Ehe man die schöne, alte Stiegeneck Kapelle oberhalb der Rosannaschlucht erreicht. Ein Ort der Ruhe, ein Ort der Einkehr und ein Ort der Stille, der es verdient hat, ein paar Minuten Pause einzulegen.

Oberhalb der Rosannaschlucht geht es nun weiter in Richtung Rasthaus Verwall. Allerdings auf einem etwas höher gelegenen Weg, als diese üblicherweise durchwandert wird und so kommt man auch nicht am Rasthaus Verwall vorbei, sondern wandert etwa 150 Höhenmeter darüber vorbei. Wer möchte beziehungsweise wer Hunger hat, der kann mit einem kleinen Umweg hier seinen Einkehrschwung anlegen.

Oberhalb des Verwallsee wandert man nun wieder deutlich steiler bergwärts durch das schöne Maroital. Der rauschende Maroibach ist dabei der stete Begleiter.

Auch bei der ersten Weggabelung wandert man weiter in Richtung Wirt, dem Hausberg von St. Christoph. Erst etwas später wandert man wieder ostwärts in Richtung Tobelhütte. Unterhalb des Peischelkopf und des Wirt wandert man zurück in Richtung St. Christoph am Arlberg. Ehe man auf der Ostseite des Wirt wieder absteigt nach St. Christoph.

Wer möchte, der kann bevor der Abstieg nach St. Christoph am Arlberg vorgenommen wird, noch aufsteigen auf den Wirt. Ein herrlicher Aussichtsgipfel, dessen Panorama immer einen Aufstieg wert ist. Wer jedoch mit Kindern unterwegs ist, sollte für heute genug haben und nach St. Christoph absteigen. Wer Kinder mit noch etwas Elan hat, für den empfiehlt sich hingegen ein kleiner Umweg bevor der Abstieg erfolgt. Wandern sie zu den kleinen Seen oberhalb von St. Christoph am Arlberg und legen sie in diesem kleinen Paradies eine kleine Pause ein. Sie werden sehen es ist mehr als nur lohnend! Und die Kinder werden es ihnen danken.

Eine wunderschöne Tour, die mit Sicherheit alle Teilnehmer begeistern wird, denn sie hat wirklich alles was das Herz begehrt.

Wegstrecke 12,2km
Gehzeit 4 ½ – 5 ½ h
Höhenmeter 729m
Höchster Punkt 2.024m
Einkehrmöglichkeiten St. Christoph am Arlberg
Parkmöglichkeiten St. Christoph (Wanderparkplatz)
Quelle: outdooractive.com
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Besuch eines alten Bekannten – Großer Widderstein (2.533m)

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Einmal im Jahr sollte man alte Bekannte doch besuchen? Der Große Widderstein gehört zu jenen Bekannten, die ich liebend gerne besuche. Immer dann, wenn die Zeit knapp ist und ich aber dennoch etwas Besonderes erleben möchte. Der Große Widderstein thront am Rande der Allgäuer Alpen und besticht durch seine mächtige Erscheinung. Ein begehrtes Ziel für Viele. Daher bekommt er von mir nur unter der Woche Besuch!

Ausgangspunkt – Hochtannberg

Ausgangspunkt für diese Tour ist der Wanderparkplatz auf dem Hochtannbergpass. Bereits hier hat man das Flair von Hochgebirge und wär im Frühsommer unterwegs ist, der wird mit einer herrlichen Blüten-/Blumenpracht beschenkt. Was im Moment der Fall ist. Die unten im Bericht angeführten Zeitangaben beziehen sich auf „normale“ Bergtourengeher. Wer etwas geübter ist, der bewältigt diese Tour deutlich rasanter.

Vorbemerkung

 

Der Große Widderstein wird gerne als schwierig eingestuft. Der Gipfel erfordert Trittsicherheit und Schwindelfreiheit, aber es gibt deutlich schwierigere Gipfelziele. Das Problem des Widderstein ist vor allem der Steinschlag, der durch andere Wanderer oder Steinwild ausgelöst werden kann. Der Aufstieg erfolgt in einer engen Schneise und daher sollte diese Gefahr nicht unterschätzt werden. Bei feuchten Verhältnissen können zudem die Felsen, Steine und Passagen sehr rutschig sein. Hier gilt es besondere Vorsicht walten zu lassen.

Aufstieg zur Widderstein Hütte

 

Vom Hochtannbergpass steigt man über herrliche Alpwiesen hoch in Richtung Widderstein und Widdersteinhütte. Der Blick nach Warth, zum Karhorn, zur Mohnenfluh und anderen erhabenen Gipfeln hier in der Region ist beeindruckend.

Die Pflanzenvielfalt, die man hier vorfindet ist beeindruckend. Wer Kräuter sammeln möchte und das noch mit Hochgebirgsflair, der ist hier richtig! Hier gibt es so einige Heilkräuter, die die Kraft der Berge in sich tragen.

Zur Widdersteinhütte ist es nicht weit, in weniger als 45 Minuten ist diese erreicht. Kurz vor der Hütte gabelt sich der Weg. Hier hält man sich links in Richtung Bregenzerwald.

 

Gipfelsturm – Großer Widderstein

 

Nach nur wenigen Schritten auf diesem Pfad gabelt sich der Weg erneut. Hier steigt man nun ein in den Gipfelsturm zu diesem erhabenen Gipfel. Anfänglich geht es über Schotter hoch bis zu den Felswänden des Großen Widderstein.

Dort angekommen steigt man in der Schneise zwischen den Felsen langsam hoch in Richtung Großer Widderstein. Immer wieder mal heißt es etwas Hand anlegen, aber man muss kein geübter Bergsteiger sein, um diese Passagen zu bewältigen. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind aber Grundvoraussetzung für den Großen Widderstein.

In der Schneise gilt es immer wieder darauf zu achten, ob Steinwild die Passagen quert oder andere Gipfelstürmer wieder absteigen, denn Steinschlag ist hier kein guter Begleiter. Umgekehrt gilt, wer absteigt, bitte vorsichtig absteigen und nach Möglichkeit keine Steine lösen, denn diese stellen eine Gefahr für die Aufsteigenden dar.

Der Aufstieg auf den Großen Widderstein ist wunderschön und erfreut ein jedes Bergsteigerherz. Auch der Gipfel ist überraschend schnell erreicht. Der Blick, das Panorama des Großen Widderstein sind einmalig und an schönen Tagen hat man hier das Gefühl die kompletten Alpen überblicken zu können. Ein wahrlich beeindruckender Gipfel.

Der Abstieg erfolgt auf gleichem Wege, es sei denn man macht bei der Widdersteinhütte einen Einkehrschwung, was durchaus empfehlenswert ist. Aber der Weg ändert sich dadurch nur unwesentlich J

 

Wegstrecke 5,9km
Gehzeit 3-4 Stunden
Höhenmeter 882m
Höchster Punkt Großer Widderstein (2.533m)
Einkehrmöglichkeiten Widdersteinhütte
Parkmöglichkeiten Wanderparkplatz Hochtannbergpass

 

Quelle: outdooractive.com
Quelle: outdooractive.com
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Hasenfluh (2.534m) – wer hoch steigt, fällt tief …

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Unbeständiges Wetter, keine klare Wetterprognosen und feuchter Boden sind die Ausgangsvoraussetzungen für meine geplante Tour am Arlberg. Das erklärte Ziel die Große Wildgrubenspitze. Aber es sollte anders kommen. Die Bodenverhältnisse, das unsichere Wetter und ein Rutsch in die Tiefe haben mich dazu veranlasst mit etwas weniger zufrieden zu sein, der Hinteren und Vorderen Hasenfluh.

Ausgangspunkt – Wanderparkplatz Zürs / Wanderparkplatz

 

Gleich vorab, für die Wildgrubenspitze bin ich beim Flexenpass gestartet. Aber der feuchte Boden hat mir heute zu einer unverhofften längeren Rutschpartie verholfen. Gepaart mit den dunklen Wolken und den unklaren Prognosen, entschloss ich mich daher kurzerhand wieder abzusteigen und nach Zürs (Ortseingang) zu fahren und dort vom Wanderparkplatz aus, die Hasenfluh in Angriff zu nehmen. Ein leichter Gipfel mit herrlichem Blick – was will man mehr. Manchmal ist weniger mehr.

Aufstieg zum Zürsersee

 

Vom Wanderparkplatz aus steigt man durch schöne Alplandschaft hoch in Richtung Zürsersee. Die Hasenfluh präsentiert sich bereits vor den Augen und macht einen „schärferen“ Eindruck, als man vermuten würde. Aber wie sich später herausstellt, ist die Ersteigung der Spitze, wenn man denn den „normalen“ Weg einschlägt kein wirkliches Problem. Beim Aufstieg nicht auf dem Güterweg bleiben, sondern den schön markierten Wiesenweg wählen. Es läuft sich hier leichter und es ist zudem wesentlich schöner!

Der Zürsersee ist bald erreicht. Die vielen ruhenden Liftanlagen des Wintersportortes trüben etwas das Gesamtbild, aber die blenden wir einfach einmal aus und konzentrieren uns auf das Schöne.

 

Auf zur Hasenfluh

 

Achtung, jetzt heißt es etwas suchen und die Augen offen halten, denn der Weg hoch zur Hasenfluh ist nicht eigens angeschrieben und auf eigene Faust hochkämpfen führt ins Leere oder in Terrain, dass deutlich größere Ansprüche an den Gipfelstürmer stellt, als der vorgesehene Steig. Kurz vor dem Zürsersee führt der Pfad durch die Wiese in Richtung „Tanzböden“, also direkt unter den Sattel, der zwischen Vorderen und Hinteren Hasenfluh liegt.

Der Weg schlängelt sich durch die Almwiesen und führt direkt zum Einstieg zum Gipfelsturm. Heute musste ich dafür noch einige Schneefelder überwinden, aber auch diese stellen keine große Herausforderung dar. Über einen steinigen Pfad schlängelt sich nun der alpine Pfad hoch in Richtung Sattel. Einzig die Schneefelder sind teilweise etwas unangenehm, der Weg selbst und der Anstieg selbst auf den Sattel sind ohne größeren Herausforderungen zu bewältigen.

Steinwild tummelt sich oben auf dem Sattel und beobachtet meinen Aufstieg. Kaum erreiche ich diesen, ist das Steinwild wie vom Erdboden verschluckt. Als erstes nehme ich die Hintere Hasenfluh mit ihrer markanten Nase in Angriff. Vom Sattel aus ist diese rasch erreicht. Jetzt stehe ich unmittelbar vor der Großen Wildgrubenspitze. Mit etwas Wehmut – zugegeben.

Über den Grat geht es vor zur Vorderen Hasenfluh, die einen herrlichen Blick auf die umliegende Gebirgswelt und vor allem einen beeindruckenden Tiefblick auf Zürs bietet. Aber der eisige Wind und die dichten Wolken lassen keine lange Pause für Genießer zu und so heißt es wieder absteigen.

Waren die Schneefelder beim Aufstieg noch etwas mühsam, so erleichtern sie jetzt den Abstieg ungemein. Rasant geht es zurück zum Zürsersee und von dort retour zum Wanderparkplatz.

Ein schöner Gipfel ist die Hasenfluh, er stellt keine großen Ansprüche und entlohnt dennoch mit einem herrlichen Panorama. Ein Ersatzgipfel für Tage wie heute, den ich mir in mein Tourenbuch eintragen werde.

 

  • Wegstrecke:                    8,1km
  • Gehzeit:                           3 ½ – 4 ½  Stunden
  • Höhenmeter:                   853m
  • Höchster Punkt:              Hintere Hasenfluh (2.534m)
  • Einkehrmöglichkeiten:in  Zürs, auf dem Weg keine Einkehrmöglichkeit
  • Parkmöglichkeiten:         Wanderparkplatz Zürs (Ortseingang)
Quelle: outdooractive.com
Quelle: outdooractive.com

 

Quelle: outdooractive.com
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