Pfänderstock – auf alten Wegen

Der Pfänder, Hausberg von Bregenz und Aussichtsgipfel am Bodensee, ist auf „herkömmlichen“ Pfaden kein Ziel nach meinem Geschmack, da er richtig überlaufen ist. Die schöne Aussicht, die Schwebeseilbahn, die Adlerwarte und der Wildpark ziehen jährlich viele Besucher an. Kein Wunder, denn schön ist es hier ja. Ich bevorzuge es ruhiger und wenn ich mal keinen richtigen Gipfel erklimmen kann und will, dann geht es auf „alten“ Pfaden (alter Schulweg) quer durch den Wald.

Ausgangspunkt – Kapelle Giggelstein

Die Kapelle in Giggelstein ist ein kleines Idyll und gleichzeitig hat sie Geschichten zu erzählen. Die St. Rochus Kapelle, so ihr Name, am Giggelstein ist eine Pestkapelle und so verwundert es auch nicht, dass es die eine oder andere Geschichte zu erzählen gibt. Die Hörbranzer folgen jährlich ihrem Versprechen und halten als Dank für die Befreiung der „Pestplage“ eine Prozession ab. Die Kapelle selbst ist, wenn nicht gerade ein Gottesdienst stattfindet, verschlossen. Aber einen Besuch ist sie alle mal wert. Direkt vor der Kapelle kann man das Auto parkieren, denn von hier aus führt der „alte“ Lutzenreuter Schulweg durch den Wald hoch in den Pfänderstock.

Wanderung auf „alten“ Wegen

 

Achtung: hier wandert man auf unbeschilderten Wegen, wer dies vermeiden möchte, fährt mit dem Auto etwas weiter bis nach Backenreute und folgt hier dem beschilderten Weg oder wählt zum Beispiel als Alternative die Wanderung auf dem Pfänderrücken. Auf dem hier beschriebenen Weg muss man sich zudem ab und dann durch dichtes Gebüsch kämpfen. Das ist nicht jedermanns Sache und zudem sollte man sich nach der Wanderung intensiv auf Zecken untersuchen!

Bei der Kapelle Giggelstein wandert man vorab entlang dem ausgetrockneten Bach in den Wald hinan. Dieser kleine Forstweg nimmt bald sein Ende, hier hält man sich nun rechts und steigt auf einem schmalen Waldweg etwas steiler auf. Hier lässt sich der Pfad sehr gut finden und wer diesem folgt, gelangt später auf den zuvor beschilderten Forstweg der nach Lutzenreute bzw. Eichenberg führt.

Entlang diesem Forstweg läuft man durch das Weingärtle in Richtung Eichenberg. Bis man die Kreuzung erreicht an der sich der Weg Richtung Lutzenreute und Eichenberg gabelt. Übrigens: hier befindet man sich unmittelbar hinter der Ruine Ruggburg. Damit auf geschichtsträchtigem Boden.

Wer möchte, der kann ab hier den Forstweg Richtung Lutzenreute weitergehen, mein Pfad führt mich zurück durch das Weingärtle bis zur kleinen Brücke, die über den seichten Bach führt. Kurz vor der Brücke hält man sich rechts und steigt auf einem schmalen Waldpfad hoch in Richtung Lutzenreute. Der Pfad ist gut auszumachen, aber echter Weg ist es keiner mehr J

Mit Erreichen der Waldgrenze erreicht man auch den zuvor erwähnten Forstweg, bevor sich dieser scharf links windet, führt ein kleiner Forstweg wieder in den Wald hinein. In das sogenannte Niederhaus-Bocherttobel. Diesem Weg folgt man bis man an den Bach gelangt. Hier nimmt der Weg nun auch sein Ende und man muss den Waldpfad entlang der Alpwiese suchen, bahnen und finden. Wer es angenehmer möchte, der steigt zum Bauernhof in Stegen auf und folgt dem Wald- und Wiesenweg der Stegerwiese. Diesem folgt man bis man auf die Stegerwiese gelangt. Eine Wiese, die mit einer herrlichen Artenvielfalt aufwarten kann.

Ich nehme an dieser Stelle immer noch den Aussichtspunkt mit, der rasch erreicht ist und einen herrlichen Blick auf den Bodensee bietet. Kurz nachdem man die Stegerwiese wieder Richtung Lutzenreute verlassen hat, führt links ein schmaler Pfad den Fels hoch. Achtung: hier ist es gerne rutschig und der Pfad ist dicht bewachsen.

Nach einem kurzen steilen Anstieg durch den Wald gelangt man zu einer kleinen Wiese, von hier aus kann man bereits einen Bauernhof ausmachen. Entlang dieser Wiese führt ein kleiner Pfad zum Aussichtspunkt. Zurück geht es wieder auf gleichem Wege bis zum Ausgangspunkt bei der Stegerwiese. Hier heißt es etwas genauer schauen, denn hier führt ein schmaler Waldpfad hinab durch den Wald. Über einen steileren, dicht bewachsenen Pfad geht es nun durch den Wald zurück bis auf den Forstweg, der nach Lutzenreute führt. Ab hier folgt man wieder dem Aufstiegsweg zurück zur Kapelle Giggelstein.

Eine schöne Wanderung, auf Pfaden, die früher als Schulweg gedient hat. Allerdings muss man heute etwas Leidenschaft mitbringen, denn viele Stellen sind dicht bewachsen und manches Mal muss man den Weg leidenschaftlich suchen. Also Orientierungssinn ist gefragt. Ab und dann muss man etwas Hand am Wurzelwerk anlegen, um die eine oder andere Hürde zu überwinden, aber insgesamt eine tolle Wanderung im Wald. Wer etwas die Augen offen hält, der kann zwei kleine Wasserfälle, die Ruine Ruggburg und vieles mehr entdecken.

In jedem Falle sollte man nach der Wanderung – so man die hier vorgestellte Route wählt – duschen und sich intensiv auf Zecken untersuchen. Ich bringe immer wieder solche ungeliebten Geister mit nach Hause und das obwohl ich diese Tour immer in einem schönen Tempo renne und nicht wandere J

Wegstrecke 8km
Gehzeit 3 ½ – 4 ½ Stunden (als Wanderung)
Höhenmeter 650m
Höchster Punkt Aussichtspunkt (Känzele) 841m
Einkehrmöglichkeiten Lutzenreute Ghf. Paradies oder Riedstüble in Möggers
Parkmöglichkeiten Kapelle Giggelstein

 

Quelle: outdooractive.com
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3 Kommentare zu “Pfänderstock – auf alten Wegen”

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