Hüttentour durch Rätikon und Silvretta

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Wer eine auf der Suche nach einer mehrtägigen Hüttentour ist und auch etwas Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit mitbringt, für den ist die hier vorgestellte Tour ein echter Leckerbissen! Die Hüttentour führt durch den Rätikon und die Silvretta und beeindruckt durch eine landschaftliche Schönheit, die ihres Gleichen sucht. Echte Gebirgstiger und Kletterfreaks können zudem die Einzeletappen mit herrlichen Berggipfeln abrunden.

1.     Tag – Gargellen – Tübinger Hütte

 

  • Wegstrecke                     12,2km
  • Höhenmeter                    1.267m
  • Dauer                              4 ½ – 5 ½ h

Ausgangspunkt für diese herrliche Hochgebirgswanderung ist der wunderschöne, kleine Gebirgsort Gargellen. Gargellen ist ein Luftkurort und im Winter beliebt bei allen Schneeverrückten, da es als echtes „Schneeloch“ unter den Insidern gilt.

Über das schöne Vergaldental steigt hat man in die hintersten Regionen des Rätikons auf und nähert sich der Staatsgrenze zur Schweiz. Auf dem Weg passiert man wunderschöne Alpen, Alpen wie die Vergaldner Alpe. Stet geht es bergauf, ehe man das Vergaldner Joch mit seinen 2.511 Höhenmetern erreicht.

Ab hier heißt es langsam absteigen in Richtung Tübinger Hütte. Die Silvretta mit ihren markanten Gipfeln rückt immer näher und lässt bereits Vorfreude für den nächsten Tourentag empor steigen. Die Tübinger Hütte liegt herrlich eingebettet zwischen beeindruckenden Gipfeln. Da es – zu Recht – eine sehr beliebte Hütte ist, empfiehlt sich eine telefonische Reservation beim Hüttenwart Thomas (0664/2587804).

Gargellen - Tübinger

2.     Tag – Tübinger Hütte – Klostertaler Umwelthütte

 

  • Wegstrecke                     8,6km
  • Höhenmeter                    1.065m
  • Dauer                              4 – 5 h

Nach einem guten Frühstück auf der Tübinger Hütte führt der Weg östlich der Plattenspitze hoch zum Plattenjoch. Zwischen Östlicher und Westlicher Plattenspitze wandert man hoch bis zum Joch. Der Kleine Litzner, die Kromerspitze, das Große Seehorn und der Große Litzner bilden hier das einmalige Gipfelpanorama.

Auf dem Weg liegt eine kleine, gut versteckte, aber wunderschön idyllische Schutzhütte. Aber für eine Pause ist es noch zu früh. Wer aber einmal hoch erhaben nächtigen möchte, der ist hier richtig. Denn die Schutzhütte (ohne Bewirtung) liegt auf über 2.700 Höhenmeter.

Entlang der Schweizerlücke geht es östlich weiter zur Kromerlücke. Unterhalb des Kleinen Litzner geht es weiter bis zur imposant gelegenen Saarbrückner Hütte, die direkt unter dem Gipfel des Kleinen Litzner wacht und einen herrlichen Blick auf die Gipfel der Silvretta bietet. Ein idealer Platz also, um sich zu stärken und Kraft zu tanken.

Gestärkt geht es unterhalb der Glötterspitze hoch zum Litznersattel auf 2.773 Höhenmeter. Von hier aus blickt man auf den beeindruckenden Großen Litzner. Ein Anblick, den man genießen sollte, ehe man durch das Verhupftäli absteigt.

Auf steinigen Wegen führt der Weg ins Klostertal, wo auch die Klostertaler Umwelthütte liegt. Eine Selbstversorger Hütte (Achtung: vorher Schlüssel organisieren oder alternativ im Winterraum nächtigen) die zwischen herrlichen Gipfeln liegt und als Schutz für die heutige Nacht dienen soll.

tübinger klostertaler

3.     Tag – Klostertaler Umwelthütte – Jamtalhütte

 

  • Wegstrecke                     15,3km
  • Höhenmeter                    1.108m
  • Dauer                              6 – 7 h

Für die bevorstehende Etappe sollte man sich unbedingt kräftig stärken am Morgen,  denn neben einigen Höhenmeter, werden auch einige Kilometer Wegstrecke zurückgelegt. Von der Klostertaler Umwelthütte steigt man nördlich in Richtung Bielerhöhe durch das schöne Klostertal ab.

Am Fuße der Kleinen Schattenspitze schlägt man wieder Richtung Süden ein und wandert zur Wiesbadener Hütte, die bei vielen beliebt ist als Stützpunkt, die sich auf den Weg zum höchsten Gipfel in Vorarlberg, den Piz Buin, machen.

Auf der Wiesbadener Hütte sollte man einen Einkehrschwung vornehmen, so man noch einen Platz findet, ehe man über die Tirolerscharte zu den östlichen Nachbarn, die Tiroler, wandert. Zwischen Ochsenkopf (3.057m) und Tiroler Kopf (3.095m) geht es hoch zur Scharte. Am unteren Ende des Jamtalferners steigt man nun ab zur Jamtalhütte. Eine Hütte, die wie die Wiesbadener Hütte gerne besucht wird und daher sollte man auch hier telefonisch vorreservieren. Lorenz, der Pächter, wird es ihnen danken (05443 8408).

Klostertal - Jamtal

4.     Tag – Jamtalhütte – Friedrichshafner Hütte

 

  • Wegstrecke                     15,5km
  • Höhenmeter                    907m
  • Dauer                              5 – 6 h

Eine Tagestour beginnt, die anfänglich gemütlich und wenig fordernd ist, aber gegen Ende des Tages nochmals an Fahrt aufnimmt und noch einiges abfordert.

Durch das Jamtal wandert man Richtung Norden nach Galtür. Östlich und westlich wird das Jamtal durch mächtige Gipfel begrenzt. Alles Gipfel, die knapp an der 3.000er Mark kratzen und zu begehrten Zielen von „Gipfelstürmern“ zählen.

Entlang dem schönen Jambach geht es vorbei an schönen Alpen, ehe man das hochgelegene Galtür erreicht. Ein Ort, der sich vor allem unter Wintersportlern einen Namen gemacht hat, aber auch zu anderen Jahreszeiten seinen Reiz hat.

Richtung Adamsberg geht es von Galtür aus nun wieder bergwärts. Verlorene Höhenmeter müssen nun wieder gut gemacht werden und so steigt man von Galtür knapp 600 Höhenmeter auf, ehe man die schöne Friedrichshafener Hütte erreicht. Eine Hütte, die wahrlich in einem kleinen Paradies liegt. Ein herrliches Panorama wird mit einem kleinen Bergsee abgerundet. Ein toller Platz, um einen schönen Tag ausklingen zu lassen.

Jamtal - Friedrichshafner

5.     Tag – Friedrichshafner Hütte – Konstanzer Hütte

 

  • Wegstrecke                     10,0km
  • Höhenmeter                    541m
  • Dauer                              3 ½ – 4 h

Über die Muttenalpe geht es am nächsten Morgen hoch in Richtung Schafbichljoch. Dabei steigt man auf 2.636 Höhenmeter hoch und blickt anschließend auf den märchenhaften Schottensee. Ein Anblick der Kraft hat und verzaubert.

Entlang dem Fasulbach geht es in Richtung Norden. Zwischen Vollandspitze und Matnalkopf geht es zur Fasulhütte. Linker Hand liegt der beinahe von überall sichtbare, markante Patteriol. Das Fasultal ist ein echtes Kleinod, nein ein Paradies.

Östlich vom Tal begrenzen die Kuchenspitze und die Faselfadspitze das Tal. Ehe man am Ende des Tales auf die Konstanzer Hütte zu wandert, die auch unser heutiges Etappenziel ist. Von hier aus kann man bei einem ausgezeichneten Abendessen die mächtigen Gipfel nochmals intensiv genießen und bewundern. Was will man mehr nach einem herrlichen Tag im Hochgebirge.

friedrichshafner - konstanzer

6.     Tag – Konstanzer Hütte – Zeinisjochhaus

 

  • Wegstrecke                     15,4km
  • Höhenmeter                    806m
  • Dauer                              5 – 6 h

Durch das Schönverwall geht es auf der westlichen Seite des Patteriol wieder südwärts. Der Anblick des Patteriol erinnert an Südtirol, an die Dolomiten. Sanft ansteigend geht es unterhalb des Patteriol vorbei. Auf knapp 2.000 Höhenmeter erreicht man die Schönverwall-Hütte.

Entlang dem Albonabach geht es hoch zu den Scheidseen. Erneut erreicht man damit ein kleines Paradies auf Erden. Am anderen Ende der Seen liegt die schöne Heilbronner Hütte. Ein idealer Platz, um eine Pause einzulegen.

Der Verbellabach ist nun der stete Begleiter. Wer noch Zeit und Lust hat, sollte unterhalb der Heilbronner Hütte nach dem Pfannensee Ausschau halten. Ein Abstecher, der mehr als lohnend ist. Anschließend steigt man ab zu einer der wohl schönsten Alpen, der Verbellaalpe. Wer bei der Heilbronner nicht zugekehrt ist, der sollte dies spätestens hier nachholen!

Von der Verbellaalpe geht es sanft abfallend – unterhalb der Fluhspitzen – zum Zeinissee. Das Zeinisjoch Haus liegt direkt am Stausee Kops und ist ein idealer Platz für den Tagesausklang. Im Rücken die Fluhspitzen und der Blick auf die schöne Ballunspitze gerichtet. Was will man mehr erwarten?

konstanzer - zeinisjoch

7.     Tag – Zeinisjochhaus – Gaschurn

 

  • Wegstrecke                     12,1km
  • Höhenmeter                    456m
  • Dauer                              4 – 5 h

Es ist schwer nach derart herrlichen Eindrücken mit dem Gedanken in den Tag zu starten, dass eine schöne Tour zu Ende geht. Aber zumindest kann auch die letzte Etappe mit schönen Eindrücken aufwarten, so dass ein Abschied vielleicht etwas leichter fällt.

Unser erstes Ziel ist erneut die Verbellaalpe. Von hier wandern wir unter der Versalspitze in Richtung Wiegensee. Zwei herrliche Bergseen, die nochmals mit aller Schönheit, die die Natur zu bieten hat, für uns aufwarten.

Erst ab dem Wiegensee gilt es sukzessive Höhenmeter abzugeben. Immer wieder wird man mit herrlichen Blicken auf das Montafon und die umliegende Bergwelt beschenkt. Eine Bergwelt, die man mit dieser Tour umwandert hat.

Oberhalb von Partenen geht es langsam in Richtung Gaschurn. Das letzte Ziel einer Hochgebirgstour, die ihres Gleichen sucht.

zeinisjoch - gaschurn

Empfehlungen

 

  • Nehmen sie nicht zu viel Gepäck mit (maximal 20kg inkl. Trinkwasser – besser jedoch 15kg)
  • Packen sie Handwaschmittel ein, um Kleidung während der Tour auf den Hütten zu reinigen
  • Sorgen sie für ausreichend Trinkwasser (2-3l), nicht immer sind Gebirgsbäche verfügbar
  • Führen sie Bargeld mit, nicht auf jeder Hütte kann mit Karte gezahlt werden
  • Achten Sie auf die Wettervorhersage
  • Lieber weniger Kleidung, dafür aber hochwertige, vor allem auch Regenbekleidung ist angezeigt
  • Planen sie genügend Pausen ein, denn 8 Tage auf den Füßen ist nicht ohne
  • Erkundigen sie sich bei den erfahrenen Hüttenwirten nach den Verhältnissen
  • Notieren oder speichern sie sich Notrufnummern und die Telefonnummern der hier angeführten Hütten – für den Fall der Fälle
  • Eine Notfallausrüstung (Erste Hilfe) sollte obligat sein
  • Gutes Schuhwerk ist Voraussetzung für die hier angeführte Tour
  • Trittsicherheit, Kondition und Schwindelfreiheit sind für die hier angeführte Tourenbeschreibung erforderlich
  • Eine gute Softshelljacke, die wasserabweisend und winddicht ist – von der Jack Wolfskin Assembly bin ich persönlich begeistert
  • Gutes Kartenmaterial (Empfehlung: OEAV)
  • Einen guten Rucksack (hoher Tragekomfort) und einem Fassungsvolumen von 35-45l – meine Empfehlung: Tatonka Pacy 35 EXP

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2 Kommentare zu “Hüttentour durch Rätikon und Silvretta”

  1. Sehr schöne Runde, man könnte aber sicherlich noch den ein oder anderen Gipfel mitnehmen. Z.B. bei der Etappe Friedrichshafner->Konstanzer Hütte die Runde über den Vertineskopf/-pleiskopf.

    EIn bißchen verwundert war ich über die allgemeinen Empfehlungen zum Gepäck: maximal 20 Kilo? Also bei einer Mehrtageswandertour sollte der Rucksack maximal 10 kg (ohne Wasser) wiegen, sonst hat man was falsch gemacht. Selbst auf Hochtour inkl. Seil, Pickel, Steigeisen, Helm sollte man nicht mehr als 15 kg rumschleppen, sonst wird die Tour zur Tortour.

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    1. Hallo Thorsten,

      ja, ich persönlich würde bei dieser Tour immer wieder einen Gipfel mitnehmen … vor allem liegen wirklich tolle auf dem Weg.

      Zum Gewicht: für mich sind die 20kg Endgewicht – inkl. Wasser … aber Du hast RECHT diese 20kg habe ich, wenn ich im „Freien“ übernachte inkl. Biwak und Schlafsack. Bei einer Hüttentour kommt man mit 15kg mit Sicherheit gut weg … inkl. Wasser ..

      Und ja, Tortour wollen wir keine 🙂

      Alles Liebe & danke für die Bemerkung/Verdeutlichung

      Michael

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