Hüttentour – von Hütte zu Hütte (Lechquellengebirge)

Das dichte Hüttennetz in den Alpen ermöglicht herrliche Touren ohne dabei auf einen gewissen Komfort verzichten zu müssen. Für all jene, die nicht unter freiem Himmel schlafen möchten, sind die Schutzhütten der Alpenvereine ein idealer Ort für das Kraft tanken nach einer anstrengenden Tour. Eine wunderschöne Hüttentour im Hochgebirge möchte ich in diesem Artikel vorstellen. Eine Tour durch das Lechquellengebirge.

1.     Tag – Schoppernau – Biberacher Hütte

 

  • Wegstrecke                     12,8km
  • Höhenmeter                    1.838m
  • Dauer                             5 ½ – 6 ½ h

Die erste Tagestour hat es in sich und ist vom Anspruch her die absolute Königsetappe. Dafür entlohnt sie aber den Wanderer mit herrlichen landschaftlichen Hochgebirgseindrücken. Wem diese Variante zu anspruchsvoll ausfällt, der kann natürlich alternativ auch über Schröcken/Unterboden und die Treuealpe aufsteigen. Dies verkürzt diese Tagesetappe erheblich, reduziert sie aber von den Eindrücken wesentlich.

In Schoppernau steigt man über den Ortsteil Gräsalp entlang dem Dürrenbach auf. Zwischen herrlicher Berg- und Gipfelwelt geht es in Richtung Zitterklapfen. Herrliche Alpen werden passiert und der Weg wird mit zunehmender Höhe alpiner. Vorbei an der verfallenen Töbelealpe geht es hoch zum Töbeljoch (2.101m). Hier erreicht man auch den höchsten Punkt dieser Tour. Unterhalb des Schöneberg und der Glattjochspitze geht es in Richtung Biberacher Hütte. Eine herrliche Hütte, die schöner nicht gelegen sein könnte. Aber das Beste daran, sie verfügt über ein herzliches Hüttenteam und eine ausgezeichnete Küche! Am Abend heißt es die herrliche Bergwelt auf der schönen Terrasse genießen. Hochkünzelspitze, Braunarlspitze und andere namhafte Gipfel sind hier vertreten. Was will man mehr?

Schoppernau - Biberacher

2.     Tag – Biberacher Hütte – Göppinger Hütte

 

  • Wegstrecke                     10,0km
  • Höhenmeter                    1.238m
  • Dauer                             4 – 5 h

Gestärkt von einem guten Frühstück auf der Biberacher Hütte geht es unterhalb des Rothorn in Richtung Braunarlspitze, die auch der Höhepunkt des 2. Tages darstellt. Durch herrliche Alplandschaft schlängelt sich der alpine Weg hoch zum Fürggele (2.145m). Ab hier geht es dann nochmals richtig zur Sache, denn auf der westlichen Flanke heißt es aufsteigen in Richtung Braunarlspitze (2.649m). Einer der Königsgipfel im Lechquellengebirge, die man besucht haben muss, denn das Panorama auf diesem Gipfel ist einmalig.

Über Fels und Stein steigt man auf der anderen Seite wieder ab und wandert unterhalb der Hochlichtspitze (2.600m) in Richtung Göppinger Hütte, die unterhalb des Gamsbodenjoch liegt. Die Göppinger Hütte bietet einen traumhaft schönen Blick auf das umliegende Lechquellengebirge und vor allem die Sonnenauf- und untergänge sind hier sehenswert.

Biberacher - Göppinger

3.     Tag – Göppinger Hütte – Ravensburger Hütte

 

  • Wegstrecke                     12,9km
  • Höhenmeter                    624m
  • Dauer                             4 ½ – 5 ½ h

Die Tour am dritten Tag ist etwas für die Erholung und Seele. Deutlich weniger Höhenmeter als an den ersten beiden Tage müssen bewältigt werden und dass ohne dabei auf landschaftliche Schönheiten verzichten zu müssen.

Von der Göppinger Hütte steigt man über das Obere und Untere Älpele ab ins Zuger Tal. Mit Erreichen des Tales steigt man auf der anderen Seite zwischen Mehlsack (2.651m) und Pfaffeneck (2.539m) auf zur Dalaaser Staffel (1.746m). Von hier ist es nicht mehr weit zum wunderschönen Spullersee und zum Tagesendziel, der Ravensburger Hütte.

Die Hütte liegt unterhalb des beliebten Spullerschafberg und bietet einen atemberaubenden Blick auf den Spullersee und die umliegende Bergwelt.

göppinger - ravensburger

4.     Tag – Ravensburger Hütte – Kaltenberghütte

  • Wegstrecke                     13,2km
  • Höhenmeter                    1.340m
  • Dauer                             5 ½ – 6 ½ h

Wer im Hochgebirge ist, der steigt nur ungern ab, aber für diese Etappe ist der Abstieg ins Klostertal unerlässlich. Von der Ravensburger Hütte geht es in Richtung Spullersee und von dort direkt und stark abfallend ins Tal nach Klösterle. Rauschende Gebirgsbäche und Wasserfälle begleiten uns beim Abstieg.

Der Ort Klösterle muss komplett durchquert werden, um auf der anderen Seite in Richtung Untere Bludenzer Alpe aufzusteigen.  Von hier geht es direkt zur Oberen Bludenzer Alpe und anschließend zur wunderschön gelegenen Kaltenberghütte.

Ein Blick auf die Lage der Hütte genügt, um sicher zu sein, dass man hier einen herrlichen Abend und Morgen verbringen wird können. Und unter Kennern ist die Hütte ohnehin ein Geheimtipp.

ravensburger - kaltenberg

5.     Tag – Kaltenberghütte – Konstanzer Hütte

 

  • Wegstrecke                     9,4km
  • Höhenmeter                    896m
  • Dauer                             4 – 5 h

Eine herrliche Tour durch einsame Gebirgswelt steht am fünften Tag bevor. Von der Kaltenberghütte steigt man „Im Krachel“ auf in Richtung Krachelspitze (2.686m). Von dieser Blickt man auf den mittlerweile recht dürftigen Kaltenberggletscher und die darunter liegenden Gebirgsseen. Ein herrlicher Anblick.

Der Abstieg zu den Seen ist rasch bewältigt ehe man einsam Richtung Gstansjöchli (2.573m) erneut einige Höhenmeter bewältigen muss. Ab hier heißt es dann absteigen in Richtung Tal und Konstanzer Hütte. Eine Hütte, die umrahmt ist von Gipfeln der Extraklasse! Patteriol und die Kuchenspitze sind nur zwei davon.

kaltenberg - konstanzer

6.     Tag – Konstanzer Hütte – St. Christoph (Hospiz)

 

  • Wegstrecke                    10,7km
  • Höhenmeter                    890m
  • Dauer                            4 – 5 h

Zwischen den Gebirgszügen geht es am nächsten Morgen in Richtung St. Anton. Der Weg verläuft entlang dem rauschenden Gebirgsbach. Erst kurz vor dem Stausee führt uns die heutige Etappe ins Maroital hoch in Richtung Tobelhütte.

Unterhalb des Wirt (2.339m), dem Hausberg von St. Christoph am Arlberg, geht es mit herrlichem Blick auf das Obere Inntal in Richtung St. Christoph am Arlberg.

St. Christoph liegt bereits vor den Füßen und so heißt es absteigen in diesen geschichtsträchtigen Wintersportort. Eine Übernachtung nicht in einer Hütte, sondern im Hospiz ist heute angezeigt für all jene, die tatsächlich auch auf Spuren der Geschichte wandern möchten. Für alle anderen gibt es im Ort genügend Alternativen.

konstanzer - st. christoph

7.     Tag – St. Christoph – Stuttgarter Hütte

 

  • Wegstrecke                     9km
  • Höhenmeter                    1.189m
  • Dauer                             4 – 5 h

Die vorletzte Etappe führt wieder zurück ins Lechquellengebirge. Allerdings dieses mal auf der Seite der mächtigen Valluga (2.809m). Über die Ulmer Hütte heißt es aufsteigen in Richtung Trittkopf (2.720m). Über die Trittscharte geht es hoch zum Jöchle zwischen Trittkopf und Pazüelfernerspitze (2.712m). Von hier steigt man ab in Richtung Pazüeljoch.

Die Roggspitze, die Erlispitze werden unterhalb passiert, ehe man direkt auf die Stuttgarter Hütte zu wandert.

Eines gleich vorab, genießen sie den letzten Abend in den Bergen, denn am nächsten Morgen wird abgestiegen ins Tal nach Lech, von wo uns der Bus zurück nach Schoppernau bringt.

st. christoph - stuttgarter

8.     Tag – Stuttgarter Hütte – Lech

 

  • Wegstrecke                     10,4km
  • Höhenmeter                    490m
  • Dauer                             3 ½ – 4 ½ h

Um schonend unterwegs zu sein, ist die letzte Etappe so ausgelegt, dass sie unterhalb des Trittwangkopf und der Gümpelspitze vorbeiführt. Echte Gebirgsjäger können einen Abstecher auf einen dieser erhabenen Gipfel aber einplanen. Der Weg führt Richtung Bockwangsattel und von dort heißt es Absteigen über das Ochsengümpele zur Bergstation der Rüfikopfbahn.

Wer bereits jetzt genug hat, kehrt bei der Bergstation ein und fährt mit der Bahn ab. Für alle anderen heißt es jetzt Höhenmeter lassen. Lohnend ist es alle mal. Denn der Weg führt anfänglich über hochalpines Gelände bergab und geht später über in einen traumhaft schönen Hochgebirgswaldweg. Ein Traum.

In Lech angekommen fährt man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurück nach Schoppernau. Was bleibt sind herrliche Eindrücke von der Hochgebirgswelt, die Ruhe und die Kraft der Natur und ein wunderschöner, sportlicher Urlaub. Eine 8-Tagestour, die mehr als lohnend ist.

stuttgarter - lech

Empfehlungen

 

  • Nehmen sie nicht zu viel Gepäck mit (maximal 20kg)
  • Packen sie Handwaschmittel ein, um Kleidung während der Tour auf den Hütten zu reinigen
  • Sorgen sie für ausreichend Trinkwasser (2-3l), nicht immer sind Gebirgsbäche verfügbar
  • Führen sie Bargeld mit, nicht auf jeder Hütte kann mit Karte gezahlt werden
  • Achten Sie auf die Wettervorhersage
  • Lieber weniger Kleidung, dafür aber hochwertige, vor allem auch Regenbekleidung ist angezeigt
  • Planen sie genügend Pausen ein, denn 8 Tage auf den Füßen ist nicht ohne
  • Erkundigen sie sich bei den erfahrenen Hüttenwirten nach den Verhältnissen
  • Notieren oder speichern sie sich Notrufnummern und die Telefonnummern der hier angeführten Hütten – für den Fall der Fälle
  • Eine Notfallausrüstung (Erste Hilfe) sollte obligat sein
  • Gutes Schuhwerk ist Voraussetzung für die hier angeführte Tour
  • Trittsicherheit, Kondition und Schwindelfreiheit sind für die hier angeführte Tourenbeschreibung erforderlich
  • Gutes Kartenmaterial (Empfehlung: OEAV)
  • Rucksack: diesen hier (Tatonka Pacy 35 EXP) kann ich wärmstens empfehlen – er ist ideal für eine Tour dieser Art

 

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3 Kommentare zu “Hüttentour – von Hütte zu Hütte (Lechquellengebirge)”

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