Gams auf Tuchfühlung

Hohe Matona: Wo die Liebe hinfällt…

Wer meinem Blog liest, der weiß, dass ich die Hohe Matona liebe. Sie macht es mir nicht leicht, auch das kann man aus den bisherigen Berichten herauslesen. Aber Liebe ist nicht einfach, vielleicht gehört das Leiden dazu. Auch heute hat sie mich nicht liebevoll empfangen und doch … manch anderer würde sagen Zeit das Thema aufzuarbeiten …

Therapiearbeit

 

Vielleicht bedarf es wirklich einer kleinen Aufarbeitung des Themas. Die Hohe Matona ist kein Riese unter den Bergen in den Alpen. Sie ist gerade mal 1998m hoch, aber sie hat etwas an sich, das fasziniert. Dazu braucht es offenbar nicht immer Größe. Sie ist keine schmale beeindruckende Zinne, sondern ein etwas breiterer Felsblock, aber wer das Ziel erreicht hat, der ist beeindruckt. Ja, sie hat etwas. Sie hat zwei Gesichter, zur nördlichen Seite liegt das viel besuchte Freschenhaus, auf der anderen Seite die ruhige Landschaft um die Gärviser Alpe herum. Sie flößt keine Angst ein, wie andere Gipfel, aber sie ist, herausfordernd. Die Seite zur Gärviser Alpe ist ihre sanfte Seite, kantig und schroff ist zeigt sie sich Richtung Hoher Freschen. Vielleicht sind das die Gründe, warum sie das Herz vieler ihr Eigen nennen darf und es scheint ihr zu gefallen. Mit mir spielt sie, der Himmel lichtet sich und sie lockt mich an und kurz vor Erreichen des Gipfels hüllt sie sich in Wolken, eisiger Wind und Regen prasseln auf mich herab. Ja, sie ist zickig, die Hohe Matona. Zum einen legt sie einen Zauber über ihre Verehrer, zum anderen zeigt sie ihnen ihre Zähne. Aber dennoch, wo die Liebe hinfällt … oder ist es doch Zeit eine neue Liebe zu suchen. Wer weiß …

Zum Eigentlichen, die Tourenbeschreibung

 

Heute habe mich für eine Rundtour entschieden. Meine letzte Tour auf die Hohe Matona war etwas anders ausgelegt. Von Bad Innerlaterns steige ich auf Richtung Gärviser Alpe. Bereits nach einigen Höhenmeter lässt strömender Regen auf mich nieder. Aber immer wieder lichtet sich der Himmel leicht und so verschwende ich keinen Gedanken daran, umzukehren. Wie so oft empfängt mich die Gärviser Alpe mit eisigem Wind und beinahe Eisregen. Und nicht zuletzt sind die letzten Meter zur Alpe auf Schneefeldern zurückzulegen. Herrlich. Die Hohe Matona hüllt sich in dichte Wolken und zeigt mir einmal mehr ihre kalte Schulter. Ausgefroren wechsle ich meine Kleidung und bin froh, dass ich meiner Vorahnung vertraut habe und auf wirklich alles vorbereitet bin.

Den Anstieg auf die Gärviser Höhe  darf ich ohne Regen, aber mit eisigem Wind in Angriff nehmen. Immer wieder kämpfen sich einzelne Sonnenstrahlen durch und lassen die Gipfel in der Schweiz traumhaft schön erscheinen. Da ist es wieder. Die Hohe Matona scheint mich herauszufordern wollen. Und ja, sie hat es geschafft. Heute soll sie mein sein.

Dem Grat entlang geht es weiter Richtung Hohe Matona. Noch hat sie ihren Mantel um sich gehüllt. Aber heute spielen wir nicht. Eisern kämpfe ich mich durch die Kälte hoch. Unterhalb des Gipfels empfängt mich eine Gams. Nur eine Handlänge ist sie von mir entfernt und posiert vor meiner Kamera. Das ist der Zauber und das Geheimnisvolle, dass ich eingangs beschrieben habe. Kein Wunder, dass mir eine Trennung schwerfällt. Als ich den Gipfel erreiche, hebt sich der Schleier und ich darf meine Hohe Matona bewundern, so wie ich sie liebe.

Beim Gärviser Joch steige ich auf die nördliche Seite, Richtung Freschenhaus ab. Das mache ich nur heute, denn an schönen Tagen ist mir hier eindeutig zu viel los. Über die Untere Saluveralpe und die Hintere und Vordere Garnitzalpe geht es zurück zum Ausgangspunkt.

Für alle, die meine Liebe nicht teilen…

 

…was ich durchaus verstehen kann, empfehle ich im Tale den Rauch Club in Feldkirch. Am Donnerstag teilt man hier meine Liebe, denn das Motto lautet „love is in the air“. Mit Cocktails, vielen gut gelaunten Menschen und dem zauberhaften Ambiente der Feldkircher Innenstadt, erlebt man hier eine etwas andere Liebe. Sorry, mich hat die Hohe Matona erwischt und irgendwie war ja heute auch bei mir und ihr „love in the air“. Soll heißen: mir meine Hohe Matona, allen anderen das Treiben im Tal. Es sei Euch gegönnt 🙂 … egal was man liebt, man sollte dazu stehen und ich tue es hiermit.

  • Zeitbedarf: normales Tempo: 5h zügig: 3h
  • Wegstrecke: 13,7 km
  • Höhenmeter: 962m
  • Einkehrmöglichkeiten:  Bädle in Bad Innerlaterns
  • Parkmöglichkeiten:  direkt beim Bädle
hohe matona
Quelle: outdooractive.com

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