Stadtschrofen – der Gipfel der etwas anderen Art

Normalerweise berichte ich von den schönen Gipfeln der Alpen. Beschreibe Touren, Wanderungen und Erlebnisse. Der Stadtschrofen in Feldkirch ist ein Gipfel der etwas anderen Art. Er liegt im Naherholungsgebiet der Letze, wo auch ein buddhistisches Kloster liegt. Ein beliebtes und vor allem schönes Ausflugsgebiet abseits vom Verkehr geplagten Feldkirch. Und die Ironie will es, dass hier auch Maria Grün liegt. Ein Kleinod und eine Oase der Ruhe für viele, die einfach nur schnell aus dem Treiben der Stadt flüchten möchten.

Der Gipfel der besonderen Art ist, dass sich die Landespolitik dazu entschlossen hat, hier einen Abgasschacht für das neue Tunnelprojekt zu errichten. Nicht einen Kleinen feinen (wenn man das hier so schreiben kann), wie man vermuten würde, sondern einen 10-Meter hohen Lüftungsschacht. Aber das ist längst nicht alles, denn das die Politik nicht in die Zukunft gerichtet ist, wie sie das sein sollte, beweist, dass die Abgase ungefiltert in die Luft geblasen werden sollen. Ein Denkmal der besonderen Art möchte man meinen.

Jugendliche aus der Region machen bereits mobil und sammeln in einer Petition (http://www.stadttunnel.eu) Unterschriften gegen das geplante Projekt. Vielleicht auch deshalb, da der Jugend die Zukunft gehört und die beschließenden Sakko-Träger in Amt und Würden die Vergangenheit verwalten.

Für das Tunnelprojekt werden 226,5 Millionen Euro veranschlagt. Kein Wunder, dass hier keine Luft mehr für frische Luft ist. Dass das gesamt Projekt bis zur Fertigstellung noch etwas teurer kommen wird, steht ohnehin außer Frage und beweist, der Achraintunnel, der die veranschlagte Summe beinahe verdoppelt hat.

Das geplante Tunnelprojekt soll Entlastung für die Bärenkreuzung bringen. Ob dies der Fall sein wird, wenn man mit den lieben Nachbarn über der Grenze (Schweiz und Liechtenstein) keine gemeinsame Lösung anstrebt, steht in den Sternen, wenn wir diese angesichts der aufsteigenden Rauchwolken überhaupt noch sehen können.

Es stellt sich hier einmal mehr die Frage, wurden hier alle Möglichkeiten und Optionen gegeneinander abgewogen? Wurden Alternativen (Begünstigung bei öffentlichen Verkehrsmitteln und gleichzeitiger Ausbau derer) angedacht und kalkuliert? Aber der größte Gipfel stellt die ungefilterte Entlüftung auf dem Stadtschrofen dar. Ich bin kein Verkehrs- oder Umwelttechniker, aber in einer Zeit, in der über Klimawandel, CO² Emissionen und mehr gesprochen wird, erscheint dies nicht zeitgemäß. Eine grüne in die Zukunft gerichtete Handschrift trägt dieses Projekt nicht. Die wirtschaftspolitischen Aspekte seien freundlicherweise ausgeblendet, denn bei der kolportierten Investitionssumme stehen diese außer Frage.

Kein Wunder, dass für dieses Projekt laut einer Umfrage in der Feldkircher Bevölkerung keine Mehrheit zu gewinnen ist. Die Bevölkerung hat ein Interesse daran, dass Steuermittel in einer Zeit der Knappheit sinnvoll und vor allem Zukunft orientiert eingesetzt werden. Eine Aufgabe, die man bei den Wahlen, an die gewählten übertragt und darauf vertraut, dass diese Interesse wahrend erfüllt wird.

Es ist beachtlich und vor allem bewundernswert, dass sich Jugendliche engagieren und sensibilisieren. Eine Petition, die nicht blind um sich schlägt, sondern lediglich auffordert, über Alternativen nachzudenken. Jugendliche, die ihre Zukunft mit gutem Recht mitgestalten wollen und gehört werden wollen! Eine Petition, die man unterstützen kann und soll, denn mit den heutigen Möglichkeiten muss es Alternativen geben, die etwas grüner und Zukunfts orientierter sind.

feldkirch

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