Garmisch-Partenkirchen – die Kehrseite der Medaille

Garmisch-Partenkirchen hat 26.000 Einwohner und ist Heilklimatischer Kurort in Bayern. Es ist ein Magnet des Tourismus – kein Wunder – liegt man doch am Rande der allseits bekannten Zugspitzarena. Durch die Austragung der Olympischen Winterspiele 1936 und 1996, sowie der Alpinen Skiweltmeisterschaften 1978 und 2011 machte man sich als Wintersportort der Extraklasse einen Namen. Grund genug davon auszugehen, dass Garmisch-Partenkirchen auf der Sonnenseite des Lebens liegt.

Garmisch-Partenkirchen bietet dem modernen Touristen alles, was das Herz begehrt. Im Winter unzählige Pistenkilometer, im Sommer erstklassig bewirtschaftete Alpen und schön angelegte Wanderwege. Aber auch neben den sportlichen Möglichkeiten fehlt es an nichts, ein Kongresszentrum, viele hunderte Hotels und Pensionen, unzählige Bars und Geschäfte, sowie eine Spielbank sorgen dafür, dass jährlich über 1,3 Millionen Gäste in Garmisch-Partenkirchen nächtigen.

Dass das Ganze ökologisch seine Folgen hat, steht außer Frage und ist augenscheinlich. Im Sommer wandert man über schlammige, kahle Skihänge. Etwas, das nicht nur in Garmisch-Partenkirchen auf der Rechnung des Winterskisports zu verbuchen ist.

Was jedoch der Beitrag des WDR zum Tageslicht führt, ist längst nicht so bekannt, denn die Armut nimmt gerade in diesen Regionen zu. Eine Entwicklung, die man so nicht erwarten würde, aber die Folge des Massentourismus ist. Laut dem Bericht leben in Garmisch-Partenkirchen 20 Prozent aller Haushalte von weniger als 1.100 Euro im Monat. Das sind doppelt so viele wie im restlichen Bayern. Der Grund dafür ist ganz einfach erklärt, die meisten der Saisonkräfte arbeiten zum Billiglohn im vermeintlichen Schlaraffenland. Von der Goldgrube Massentourismus ist man weit entfernt.

Der Ort ist mittlerweile zwei geteilt. Die einen wollen immer mehr Tourismus und die anderen fordern ein radikales Umdenken. Der Bericht des WDR zeigt deutlich, dass der Massentourismus in den Alpen nicht nur ökologische Folgen hat, sondern vor allem auch soziale. Ein Grund mehr Farbe zu bekennen und sich der Partei der Berge anzuschließen – Mountain Wilderness.

 Bericht des WDR:

Alpen abgezockt – Berge, Schnee und Billiglohn

Filmbericht des WDR – von Johannes Höflich und Jo Angerer

Weiterführende Berichte:

Gletscher zu verkaufen

Berg oder Vergnügungspark

Wie bei allem gilt auch hier, die goldene Mitte ist das, was uns allen gut tun würde. Aber Mittelmaß ist nicht gefragt, es sind die Extreme die verlockend sind.

Factbox Garmisch-Partenkirchen

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