Die Drei Schwestern (2.052m) und der Garsellakopf (2.123m)

Blick vom Gipfel ins Rheintal
Blick vom Gipfel ins Rheintal

Die Drei Schwestern, deren markante Form und der Name des Berges sind auch Thema einer Sage, die je nach Region etwas anders erzählt wird. Wenn man der vorarlbergerischen Sage Glaube schenken darf, dann wurden drei Schwestern aus Frastanz, die sich am Sonntag, statt in die heilige Messe zu besuchen, zum Beerensuchen in die Berge begaben, zur Strafe in Stein verwandelt. Wenn man die liechtensteinische Sage (siehe am Ende des Tourenbericht) liest, dann kamen die drei Schwestern aus Schaan und wurden von der Mutter Gottes bestraft. Wie dem auch sei, hier hat man es im wahrsten Sinne des Wortes mit drei wilden Frauen zu tun.

Hinter der wunderschönen Altstadt von Feldkirch, man glaubt es kaum, thronen eine der schönsten Gipfel Vorarlbergs. Die Drei Schwestern und der Garsellakopf. Ausgangspunkt für diese herrliche Tour ist Maria Grün. Maria Grün versteckt sich oberhalb von Feldkirch und liegt idyllisch eingebettet in einer hügeligen Landschaft. Die Ruhe hier ist kaum zu glauben, wenn man an den Lärm und das hektische Treiben in Feldkirch (zB Bärenkreuzung) denkt.

Über den Tisnerwald steigt man langsam, durch einen wunderschönen, idyllisch verwachsenen Wald auf und hat immer wieder sein Ziel vor Augen. Von hier aus hat man den Eindruck, dass man mit dem Anstieg überfordert sein könnte. Aber eben nur den Eindruck. Der Weg schlängelt sich hoch auf die Hochebene. Die Sendemasten auf der Hochebene oberhalb der Feldkircher Hütte weisen den Weg.

Langsam geht es über älpische Wiesen hoch zur Sarojaalpe. Nun hat man den mächtigen Gipfelstock der Drei Schwestern immer vor sich. Ein Traum. Ab dem Sarojasattel wird es richtig alpin und man hat rechts von sich einen herrlichen Blick auf das fürstliche Gebiet von Liechtenstein. Kaum zu glauben, dass unterhalb von einem das hektische Rheintal liegt und man hier in beinahe hochalpinem Geländer unterwegs ist. Teilweise muss man gesicherte Stellen überwinden und kraxelt so langsam hoch zu unserem ersten Ziel. Eine kleine Leiter stellt die einzige Herausforderung vor unserem ersten Gipfelglück dar. Eine letztekleine Kehre und man ist auf dem ersten Gipfel der Drei Schwestern. Das Panorama ist gigantisch. Das Rheintal liegt zu Füßen und im Hintergrund thronen die mächtigen Gipfel des Rätikons und von Graubünden. Wer eine Herausforderung sucht, der kann die kleinere der Drei Schwestern in Angriff nehmen. Wie so oft im Leben haben es die kleinen Frauen an sich 🙂

Dem Grat entlang geht es weiter zum höchsten Ziel dieser Tour, dem Garsellakopf. Das Gelände ist hochalpin und der Blick ins Tal einfach nur beeindruckend. Eigentlich hätte ich nicht gedacht, dass man den Blick, das Panorama noch hätte toppen können. Aber auf dem Garsellakopf angelangt, werde ich eines besseren belehrt.

Schweren Herzens trete ich den Rückweg an. Erst ab dem Sendemast oberhalb der Feldkircher Hütte entscheide ich mich für eine etwas andere Route und wähle den Weg über die Feldkircher Hütte und das Fellengatter. 

Eine beeindruckende Wanderung, die mit ihrer landschaftlichen Schönheit verzaubert und gut mit geübten Kindern gegangen werden kann.

Höhenmeter: 1.593hm
Wegstrecke: 17,9km
Einkehrmöglichkeiten: Feldkircher Hütte
Parkmöglichkeiten: in Maria Grün

Die stolze Alpendohle
Kleine, leichte Klettereien

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Die Sage um die Drei Schwestern

Die älteste Fassung der Sage finden wir in den „Mythen und Sagen Tirols“ von Alpenburg, erschienen im Jahre 1857:

Im Westen von Frastanz, an der Grenze von Feldkirch, zieht sich eine Gebirgskette südlich gegen das Fürstentum Liechtenstein hinüber, aus welcher ein merkwürdiger kahler Gebirgskopf, der zugleich die Grenzmarke bildet, sich malerisch emporhebt und „die drei Schwestern“ genannt wird, an welchen die Frastanzer Alpen anstossen. Hierüber erzählt die Sage:

Vor überlanger Zeit kam oftmal ein Venediger Manndl in diese Gegend und holte von hier, vorzüglich aber vom nahen unbewohnten, jetzt waldigen Saminathale, welches zwischen den drei Schwestern und dem Ziegerberg liegt, Gold in Hülle und Fülle. Das Manndl fuhr durch die Luft mit einem grossen Krug in der Hand von Venedig dahin, stellte den Krug unter eine Wasserquelle, welche aus einem unterirdischen Goldfluss Goldkörner mitführte, und bald hatte es denselben voll; dann flog es wieder heim. Zum Beweise hatte es einmal den Krug voll Gold dortigen Hirten gezeigt, jedoch die Hessen sich nicht blenden, bekreuzten sich und liessen den Venetianer gehen, denn sie wussten, dass er ein Zauberer war, der durch finstere Mächte seine Künste übte, wie alle sogenannten Venediger-Manndln.

Nun wohnten zu Frastanz drei Schwestern, welche an dem hohen Mariahimmelfahrtstag leichtsinnig und gottlos statt in die Kirche zu gehen, in aller Frühe auf den Berg gingen, um Heidelbeeren zu pflücken, die da in Menge wuchsen, und sie dann in dem nahen Feldkirch verkauften. Da trafen sie dort den Venediger, der sie anfuhr: Was macht ihr heut da ? – Jene erschraken im Bewusstsein, einen so hohen Festtag schnöden Gewinnes wegen entheiligt zu haben und sagten: Nichts ! Nichts! Nichts ! – Da sprach der Zauberer mit rauher Stimme: so sollt ihr auch zu Nichts werden, als zu drei kahlen Felsen, ohne Gras und Laub, ohne Bäume und Frucht, und unter euch soll mein Goldborn verborgen rinnen, und kein Sterblicher soll ihn finden. Alsbald wurden die drei Mädchen starr vor Schreck und zu Stein vor dem Fluche; denn dadurch, dass der Zauberer Macht über sie gewonnen hatte durch ihre Missetat, erlöste es sich und übergab sie an seiner Stelle dem Bösen.

Noch stehen und starren die drei Schwestern als so viele Felsenhäupter, aber der Venediger ward nie mehr gesehen, und sein Born quillt nicht mehr zu Tage, und die drei Schwestern blicken ernst herab in das obere Rheinthal, auf Vaduz und in das Land Liechtenstein.

Quelle: Sagen aus Liechtenstein, Otto Seger, Nendeln/Liechtenstein, 1966/1980, Nr. 17

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2 Kommentare zu “Die Drei Schwestern (2.052m) und der Garsellakopf (2.123m)”

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